Partnerschaftskomitee ehrt Gründer beim Beaujolais-Fest

Südländisches Flair ins Vereinsleben bringen

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Der Großteil der 20 Gründungsmitglieder konnte im „Haus der Vereine“ persönlich geehrt werden.

Eppertshausen - Rund 60 Genießer haben kürzlich das Beaujolais-Fest des Partnerschaftskomitees Eppertshausen-Chaource im „Haus der Vereine“ gefeiert.

Es war die letzte eigene Veranstaltung des Vereins, der 2015 sein 25-jähriges Bestehen erlebt und dies im Frühjahr auch schon mit einem mehrtägigen Jubiläumsfest feierte. Allerdings folgt in diesem Jahr noch die Teilnahme am Eppertshäuser Weihnachtsmarkt. In Danielle Jean ehrte die Vorsitzende des Komitees zusammen mit Rainer Eder als Vertreter des verhinderten Bürgermeisters Carsten Helfmann insgesamt 20 Mitglieder, die sich bereits seit der Gründung 1990 um die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde verdient machen.

Unter ihnen war auch Eder selbst, der zunächst die Auszeichnung von Jean entgegen- und dann selbst die Ehrungen der 19 anderen Vereinsjubilare vornahm. Seit 25 Jahren im Partnerschaftskomitee Eppertshausen-Chaource sind auch Rainer und Sheila Fuchs, Karin Kirschnik, Willi und Ursula Waldmann, Klaus Wenzel, Hubert Schledt, Dr. Herbert Gröger, Claus Sterr, Lothar Murmann, Ellen Buchmann, Maurice Jean, Danielle Jean, Elfriede Schlüter, Marianne Michel, Irene Cott, Helga Langer und Gisela Schrader. „25 Jahre sind für einen Verein eine eher noch kurze Zeit“, meinte Eder. „Das hat aber den Vorteil, dass einige, die den Verein gegründet haben, noch geehrt werden können“, fügte er schmunzelnd an. Insgesamt geht das Komitee derzeit auf die 100 Mitglieder zu – das Fest im Frühjahr brachte noch einmal einen Schub. Der Verein bringe „südländisches Flair ins Vereinsleben“ in Eppertshausen, sagte Eder, der auch die Gründungsurkunde verlas.

Seit nun schon einem Vierteljahrhundert pflegen mehrere Dutzend Bürger beider Gemeinden regelmäßig den Austausch. Als sich das Komitee vor 25 Jahren offiziell zum Verein ins Register eintragen ließ, lagen schon drei Jahre Vorlauf hinter den Initiatoren. Zu ihnen zählte auch Danielle Jean, mit ihrem Mann Maurice in Eppertshausen lebende Französin. Zwischenzeitlich zogen beide für fünf Jahre nach Paris, kehrten dann aber wieder in „ihr“ Eppertshausen zurück. In Paris aßen beide schon in einem der Restaurants, in denen Attentäter am vorvergangenen Freitag Schüsse auf die Gäste abfeuerten. Maurice Jean war erst wenige Tage vor dem Beuajolais-Fest und kurz nach den Anschlägen in der französischen Hauptstadt gewesen. Man sehe dort zwar mehr Sicherheitskräfte als sonst, erahne als Besucher aber nur, was vorgefallen sei. Von Panik oder Ausnahmezustand sei wenig zu spüren gewesen.

Am Anfang der Partnerschaft mit Chaource stand unterdessen der Wunsch unter Bürgern Eppertshausens, etwas zusammen mit einer Gemeinde aus Frankreich zu machen. „Uns war auch wichtig, dass sie nicht zu weit entfernt ist und man in vier, fünf Stunden hinfahren konnte“, so Danielle Jean. Ziele am Atlantik – obgleich es etwa aus der Region Bordeaux Interesse gegeben habe – schieden somit aus. Bei einem Besuch von Offiziellen aus der Region in Darmstadt kam den Eppertshäusern dann zu Ohren, dass die wenig mehr als 1 000 Einwohner zählende Gemeinde Chaource in der Region Champagne-Ardenne (Ardennen-Gebirge) 30 Kilometer südlich von Troyes sozusagen auf der Suche sei. Ob der überschaubaren Entfernung – rund 530 Kilometer über die Autobahn –, vor allem aber aufgrund des guten Eindrucks von der Herzlichkeit der Menschen mündeten die ersten Annäherungen 1990 schließlich in die Gründung des eifrigen Partnerschaftskomitees.

Einmal jährlich fährt ein ganzer Bus Eppertshäuser seither in die Champagne, meist 40 bis 50 Personen. Den Tropfen dieser Region widmet der Verein einmal jährlich sein Champagner-Fest; der Beaujolais hingegen stammt aus einem Anbaugebiet nördlich von Lyon. 2015 werde wegen des sonnigen Sommers ein guter Jahrgang, waren sich die Kenner am Freitag einig.

Der Verein reichte zum Wein Teller je fünf Käse- und Wurstsorten (Maurice Jean holte den Käse persönlich in Chaource ab, wo er produziert wurde), einen „Salade de Lentilles“ (französischer Linsensalat) und Crêpes und Crème zum Nachtisch. Für französische Klänge aus der „Box“ sorgte DJ Axel Kronawitter. Mit Blick in die Zukunft wünscht sich das Komitee insbesondere mehr Lagerfläche für sein Veranstaltungsequipment. Der derzeitige Raum im „Haus der Vereine“ reiche nicht mehr aus. (jd)

Quelle: op-online.de

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