Über 300 lautstarke Detektive

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Gruber- und Lobe-Schüler mischen sich beim Theaterstück „Der Waschlappendieb“ selbst ins Geschehen ein. Birgit Nonn und Thomas Best spielten vor 300 Schülern in der Bürgerhalle das Stück „Der Waschlappendieb“.

Eppertshausen - Recht und Unrecht, Verständnis und Freundschaft: Diese Themen waren es, die das Darmstädter Kindertheater Die Stromer auf spielerische Weise in der Eppertshäuser Bürgerhalle aufgriff. Von Jens Dörr 

Erstmals machten die beiden in der unmittelbaren Nachbarschaft der Bürgerhalle angesiedelten Schulen beim Engagement eines Schauspiels gemeinsame Sache. Mit so vielen aufmerksamen Helfern wären selbst Sherlock Holmes oder „Die drei Fragezeichen“ Justus, Peter und Bob ihren Widersachern sicher noch schneller auf die Schliche gekommen: Beim Theaterstück „Der Waschlappendieb“ betätigten sich im großen Saal der guten Gemeindestube 300 Kinder von Stephan-Gruber-Schule sowie Mira-Lobe-Schule als Detektive in einer liebevoll inszenierten, die jungen Zuschauer einbeziehenden Geschichte.

Fallen Schauspielgruppen, die Auftritte vor Schulklassen mehr als notwendiges Brot-und-Butter-Geschäft denn als ernsthafte Aufführung mit maximalem Qualitätsanspruch auffassen, vor den jungen Zuschauern immer mal wieder negativ auf, so bleiben Birgit Nonn und Thomas Best dessen unverdächtig. Mit großem Engagement und augenfälligem Spaß am Vortrag geben sie vor dem ziemlich lebhaften, aber rasch in den Bann gezogenen Publikum 50 Minuten lang die Maus Lizzy und den Mann Victorius. Der wirkt etwas verwirrt: Seit Tagen verschwinden auf seltsame Weise Waschlappen von seiner Wäscheleine. Sogar seinen Lieblingswaschlappen hat es erwischt.

Victorius heckt einen schlauen Plan aus, um den Dieb auf frischer Tat zu ertappen. Regisseur Utz Bender, der auch für die musikalische Untermalung des Zwei-Personen-Stücks verantwortlich zeichnet, lässt ihn in der Folge auf Lizzy treffen und das Abenteuer seinen Lauf nehmen.

Wohltuend wie auffallend bei der simplen Handlung zugleich: Schüler verschiedener Jahrgangsstufen - am Dienstag im großen Bürgerhallen-Saal dem Alter und damit meist auch der Größe nach von vorn nach hinten gereiht - verfolgten das Stück trotz aller heute sonst üblichen multimedialen alltäglichen Ablenkungen mit Begeisterung. Passagen des Schauens und Lauschens wechselten sich mit solchen der Interaktion ab. Die Kinder spielten dabei ausdauernd Detektiv, auch wenn der schusselige Victorius nicht alle Hinweise sofort richtig zu nutzen wusste.

Quelle: op-online.de

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