Ausflüge nach Wien und an die Donau

Applaus den ungarischen Philharmonikern

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Zauberhafter Auftakt im neuen Jahr: Die Ungarische Kammerphilharmonie begeisterte in der gut besuchten Bürgerhalle.

Eppertshausen - Mit Krieg und internationalem Terror hat sich im jungen Jahr 2016 fortgesetzt, was am 31. Dezember des Vorjahres nicht endete. Von Ursula Friedrich

Für das beschauliche Eppertshausen war die Ankündigung von Landrat Klaus Peter Schellhaas, eine Notunterkunft für bis zu 1000 Flüchtlinge in der 6200-Seelen-Gemeinde einzurichten, ein Paukenschlag. Nicht größer hätte jetzt der Kontrast zur stimmungsvollen, harmonischen Veranstaltung sein können. Mehrere hundert Besucher ließen sich vom virtuosen Spiel des Ungarischen Kammerphilharmonie Orchesters bezaubern. Das Ensemble entfachte in seinem Neujahrskonzert unter Leitung von Antas Barnás ein Feuerwerk im Dreivierteltakt.

Bravo-Rufe und donnernder Applaus folgten den letzten Klängen von Franz Lehars bekanntem Werk „Gold und Silber“. Wie es sich für ein Neujahrskonzert gehört, wurde Walzerkönig Johann Strauss (Sohn) gebührend gefeiert. Mit dem Persischen Marsch, An der schönen blauen Donau, aber auch den Slawischen Tänzen (Antonin Dvorak) erfolgte ein Reigen populärer Werke.

Zuvor begrüßte Bürgermeister Carsten Helfmann das Publikum, dankbar, dass die guten Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde ein solches Konzert ermöglichen. Denn Eintritt für die Veranstaltung in der Bürgerhalle wurde auch diesmal nicht verlangt.

Dann legten die Musiker temporeich ab, wirbelten durch die Jahrhunderte großer Komponisten. Die ungarischen Gäste bestachen durch stimmiges Spiel mit fulminanten Pointen. Dirigent Antas Barnás würzte den musikalischen Ausflug nach Wien, Böhmen und in die ungarische Heimat mit humorvollen Episoden. Die guten Deutschkenntnisse unterlagen freilich dem Timbre seiner ungarischen Muttersprache und würzten die heiteren Geschichten mit einer besonderen Note.

Für das noch junge Orchester, das 1999 Antas Barnás persönlich aus vielen hochkarätigen Musikern seiner Heimat rekrutierte, war Eppertshausen die letzte Station einer zweiwöchigen Tournee durch Österreich, Deutschland und die Schweiz. Nach der letzten Zugabe packte das Orchester die Instrumente zusammen und bestieg den Reisebus Richtung Heimat – im Gepäck den Wunsch nach mehr Frieden in einem jungen Jahr, das bereits viel Leid über die Menschheit gebracht hat.

Quelle: op-online.de

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