Die Ludolfs sind auch dabei

US-Car- und Bike-Treffen: Alles, nur kein Schrott

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Pferdestarke US-Schlitten, jede Menge Bikes, ganz viel glänzender Lack und Chrom und viel Action gab es zu bestaunen beim Treffen.

Eppertshausen - Autos, Motorräder, Mädchen und Deutschlands berühmteste Schrottler zogen gleich an zwei Tagen die Massen aus dem gesamten Großraum Rhein-Main auf die für diesen Ansturm doch eher kleine Waldlichtung an der Thomashütte. Von Thomas Meier

Tausende Besucher des US-Car- und Bike-Treffens schauten sich viele hunderte Amischlitten aller Generationen und fast ebenso viele Bikes an. Und genossen die Stunt- und anderen Shows, die geboten wurden. Das Stelldichein zwischen Pony-Koppel und Kinderspielplatz, nahe Lama-Gatter und Kuschelzoo, irritierte sicher diejenigen, die nicht wussten, was an diesem Wochenende am Aussiedler-Ausflugs-ziel abgeht. Kuscheln mit Hottehüs war Randerscheinung: Die ausgestellten Pferdestärken wollten bestaunt, bewundert werden. Und da hatte das PS-pilgernde Publikum auch reichlich zu huldigen: Corvettes parkten neben Fords, Chevys neben Thunderbirds, Phantasie-Vehikel neben PS-Giganten. Das komplette Spektrum der amerikanischen Automobilbranche schien vertreten. Und auch die Rider von Bikes amerikanischer, deutscher und überhaupt globaler Produktion kamen in Heerscharen. Ein Anrollen und Abröhren ohne Unterlass, wobei sich unter Harleys und Indians auch BMW und Hondas, Ducatis oder Triumphs mischten.

Dicht umlagerte Ludolfs beim Interview auf der Festbühne im Biergarten der Thomashütte.

Fühlten sich die Macher des Spektakels im vergangenen Jahr noch vom Erfolg ihres motorisierten Massen-Magneten überrollt, so weiteten sie in Erkenntnis der Beliebtheit das Treffen von einst einem Tag aufs Wochenende aus. Initiator Rolf Rosebrock, Amischlitten-Schrauber Harald „Hacky“ Pimpl und Stuntfahrer Alex Ramien von der Thomashütte hatten eine ausgeklügelte Logistik vorbereitet und ein attraktives Rahmenprogramm zur Schau um Chrom und Lack organisiert. Da kamen etwa die Stargäste der Auto- und Motorrad -Begegnung stilvoll im original US-Schulbus vorgefahren. Die drei Abschlepper und Schrottler mit dem berühmten Namen Ludolf wurden von Lars Peter Rudorff, dem Direktor der Tagesheim- und Internatsschule Dieburg, auf dem Festplatz vorgefahren. Ihm gehört nicht nur der orangefarbene Bus, er organisierte bereits vergangenes Jahr damit den Transfer der Besucher von Eppertshausens Parkplätzen im Park 45.

US-Cars und Ludolfs in Eppertshausen: Bilder

„Die Ludolfs – 4 Brüder auf’m Schrottplatz“ heißt die Doku-Soap auf den Spartensender DMAX, dem die Schrottler ihren Ruhm und Ruf verdanken. Und der ihnen auch heute noch den Kultstatus gibt, den sie in Eppertshausen sichtlich im Bad der Menge genossen. Die Autoverwerter aus dem Westerwald kamen, babbelten und eroberten die Herzen. Angereist waren Uwe, sein Sohn Thomas und Manni. Kaum hatten sie den Bus verlassen, waren die Promi-Schrottler auch schon umlagert. Der kurze Weg vom Bus zur Bühne konnte nur im Schneckengang zurückgelegt werden, das einsetzende Blitzlichtgewitter und die Rufe nach Fotowünschen nahmen kein Ende. Und vom Oldtimer bis zur jungen Göre hing das Publikum an den Lippen der Bewahrer schrottiger Schätzchen. Egal, was sie auch von sich gaben, es wurde belacht und beklatscht.

Er heizte vor allem den weiblichen Fans der Oldtimer kräftig ein: Elvis-Darsteller Gerald Dinis.

Da musste sich „Elvis Gerry“ ganz schön strecken, um auf ebensolches Gehör zu stoßen. Der in Österreich geborene und in Frankfurt lebende Sänger Gerald Dinis, der auch schon im vergangenen Jahr beim Treffen und beim jüngsten Hessentag begeisterte, nahm jedoch das Publikum gekonnt mit Schmachttolle und Groove auf eine fetzige musikalische Zeitreise der Elvis-Ära. Als Moto-Rockits machten Tabias Finck (26) und Robert Naumann (32) ihrem Namen alle Ehre. Sie flogen im Free-style mit ihren Geländemaschinen haushoch über die Rampen, während des Fluges mit irren Einlagen glänzend. Alex Ramien (38) gab mit seinen Söhnen Nate (6) und Like (10) Einblicke in die hohe Kunst der Motorrad-Stuntshow in der Eisenkugel. Alle Showeinlagen waren mehrmals zu bestaunen, doch das Hauptinteresse galt freilich dem Sehen und Gesehenwerden. Und dem konnte man noch mal so richtig abends im Zelt bei der großen Party mit zwei Bands frönen. Die Veranstalter waren sich nach dem gestrigen Ansturm, der nochmals alle Erwartungen übertraf, sicher: das war nicht das letzte solcher Treffen.

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Quelle: op-online.de

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