Spatenstich in der Jahnstraße ein

Vielbeachteter Breitband-Ausbau

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Erfolg hat viele Spatenstecher: Sie alle legten Hand an für Eppertshausens Breitband-Ausbau. - Foto: Th. Meier Erfolg hat viele Spatenstecher: Sie alle legten Hand an für Eppertshausens Breitband-Ausbau.

Eppertshausen - Zum Baubeginn für das schnelle Breitbandinternet in der Gemeinde versammelten sich gestern Morgen über 50 Bürger an der Jahnstraße. Von Thomas Meier

Bürgermeister, Landrat, Vertreter ausführender Firmen und der Landesbeauftragte für den Breitbandausbau begrüßten das Interesse und feierten den Ausbaubeginn mit etlichen Reden und danach beim TAV. 2014 haben sich 19 kreisangehörige Kommunen und der Landkreis im Zweckverband NGA-Netz Darmstadt-Dieburg zusammengeschlossen, um in den Verbandskommunen die Versorgung mit schnellem Breitband flächendeckend zu optimieren und sicherzustellen. Nach intensivem Ausschreibungsverfahren wurde mit der Deutschen Telekom die Errichtung einer glasfaserbasierten Netzinfrastruktur vereinbart. Ziel ist ein flächendeckender Breitbandausbau mit Datenübertragungsraten von bis zu 50 MBit/s.

Bürgermeister Carsten Helfmann ging auf die Historie ein. Schon viele Jahre versuche die Gemeinde, den Ausbau des schnellen Netzes zu beschleunigen, allerdings seien ihr viele Steine in den Weg gelegt worden. „Wir wollten mal eine Million Euro investieren“, erinnerte der Verwaltungschef an die politischen Bestrebungen. Im zweiten Anlauf habe man noch mit 750.000 Euro Kosten rechnen müssen, ein drittes Angebot wäre die Kommune 430.000 Euro teuer gekommen. „Doch dann kam der Schulterschluss mit dem Kreis“, lobte der Unionsmann in Richtung des sozialdemokratischen Landrats Klaus Peter Schellhaas. Das lange Warten habe sich für Eppertshausen ausgezeichnet, sei man jetzt doch mit rund 66.000 Euro dabei. Helfmann vergaß dabei nicht zu erwähnen, dass die Warterei auf 50 MBit/s mit in einigen Teilen Eppertshausens einzig möglichen ein bis zwei MBit/s auch ganz schön lang und nervenzehrend ausgefallen sei.

Landrat Schellhass fand es „total klasse“, dass sich zum Ausbaubeginn so viele Bürger eingefunden hätten. Ein eigenes Netz, so erinnerte er an die ersten Ausbaubestrebungen, habe den Landkreis einst noch 54 Millionen Euro kosten sollen, nun sei man mit 3,7 Millionen dabei: „Und dies ist jetzt volkswirtschaftlich wirklich vernünftig“. Kinderbetreuung und Breitbandausbau seien die seit langem wichtigsten politischen Themen im Kreisgebiet, stellte er fest. Insofern baue man somit nun auch ein Stück Zukunft für Eppertshausen.

Schellhaas erinnerte, das in Babenhausen bereits der Startschuss gefallen sei, nach Eppertshausen werde wohl bereits im August Dieburg in Angriff genommen. Zwischendrin liege Münster, das eigene Wege beim Netzausbau vorgezogen habe, dort müsse man dafür derzeit aber auch 300.000 Euro in die Hand nehmen. „Richtig viel Geld“, wie der Landrat süffisant mit Blick auf einen Vertreter der Nachbarkommune bemerkte. Und Eppertshausen sei mit seinem Ausbau wohl bereits Anfang 2016 fertig, setzte er nach.

Ziel der Telekom ist es, die Glasfaser zu den Kunden zu bringen. Eigentlich in jedes Haus, doch würde dies, weil Milliarden Euro verschlingend, zu teuer. Nach Stand der Technik reichen jetzt Anschlüsse an Verteilerkästen, die bis 250 Meter vom Anschlussort entfernt liegen können. Im günstigen Fall sind bei Anschluss an solches System auch 100 MBit/s drin.

Quelle: op-online.de

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