Veranstaltung zum Netzausbau

Vielerorts „nur“ 25 Mbit/s

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Gut besucht war eine Veranstaltung der Telekom, des Landkreises und der Gemeinde Eppertshausen zur Einführung des schnellen Internets.

Eppertshausen - Die Kernbotschaft des Abends war nicht so, wie sie sich die Akteure auf der Bühne gewünscht hatten. Von Klaus Holdefehr 

Im Zuge des Ausbaus ist das Breitbandnetz in Eppertshausen zwar schneller geworden, aber in vielen Bereichen kommen „nur“ maximal 25 Mbit/s an – insbesondere für geschäftlich aufs Internet angewiesene Menschen Grund zur Verärgerung, der sie bei einer Veranstaltung in der Bürgerhalle vor rund 300 Besuchern auch Ausdruck verliehen. Für Telekom-Techniker Oliver Fried blieb am Ende nichts anderes, als eine Prüfung der Fakten und gegebenenfalls technische Nachbesserungen zu versprechen. Dabei geht es im Hintergrund aber auch um EU-Richtlinien, technische Monopolbildungen und juristische Auseinandersetzungen. Und man muss die umfangreiche Vorgeschichte des Netzausbaus im Landkreis Darmstadt-Dieburg kennen.

Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann hatte dazu eingangs fast ein Referat gehalten. Man habe als Kommune bereits vor Jahren den Dialog zum Thema Netzausbau gesucht und sei zunächst auf die Deutsche Telekom gestoßen, die für die technische Umsetzung allerdings zunächst einen Betrag von 1,3 Millionen Euro gefordert habe. Zwei Jahre später sei in Gesprächen mit der Heag Medianet ein Betrag von 740 000 Euro genannt worden. Wiederum eine Weile später habe dann wiederum die Telekom ein Angebot für 430 000 Euro unterbreitet.

Und jetzt sei es noch günstiger geworden, denn vor einigen Jahren sei ein Zweckverband aus 19 Kommunen und dem Landkreis entstanden, der mit der Telekom handelseinig geworden sei, einen Zuschuss von 3,7 Millionen Euro für den Netzausbau auch in Bereichen zu zahlen, in denen sich das aus Sicht des privatisierten Telekommunikations-Riesen nicht rechnet. Stolz schloss Helfmann sein Referat mit der Botschaft, dass damit für Eppertshausen ein Anteil von nur noch 66 000 Euro verblieben ist. Im zugehörigen Vertrag sind als Mindeststandard übrigens nicht 50, sondern 25 Mbit/s festgehalten, erläuterte Techniker Fried. Im Landkreis verbinde man dafür die Netzknoten und die Kabelverzweiger mit Glasfaserleitungen.

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Berthold Passlack, Breitband-Berater der hessischen Landesregierung, wies auf die vertrackte Konstellation hin, dass in Eppertshausen ohne die Beihilfe der öffentlichen Hand gar kein Netzausbau stattgefunden hätte und damit eine Richtlinie greift, nach der in subventionierten Bereichen keine Techniken eingesetzt werden dürfen, die zu einer Monopolisierung der Netz-Infrastruktur führen.

Es geht um das „Vectoring“, das den Daten durch Herausfiltern von Störungen auch in den verbleibenden Kupferkabeln der „last Mile“ vom Kabelverzweiger ins Haus Beine machen könnte. Dazu müssen zahlreiche Kabel in einer technischen Einrichtung gebündelt werden, die deswegen nur von einem einzigen Anbieter eingerichtet werden kann. Passlack versicherte aber, dass man an einer Aufhebung der Sperrklausel arbeite und dann mit einer Verdoppelung der Übertragungs-geschwindigkeit gerechnet werden könne.

Ungeachtet solcher technischer und juristischer Finessen wagte Telekom-Manager Oliver Knöll schon mal einen ausgiebigen Blick in die schöne neue Welt, in der Daten, Telefonie, Fernsehen und „smart Home“ digitalisiert über eine Datenautobahn rauschen – wenn’s sein muss, auch in Kombination mit dem neuen Mobilfunk-Standard LTE, der die Bandbreite zusätzlich erweitern hilft. Im hinteren Viertel der Halle lauerten auch schon einige Vertriebspartner der Telekom, die am Ende der Veranstaltung auch reichlich zu tun bekamen.

Quelle: op-online.de

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