SPD gibt sich kämpferisch

CDU legt Fokus auf ältere Menschen

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Eppertshausen - „Ich bin überglücklich“, zeigte sich Charles Ross, Vorsitzender der CDU Eppertshausen, gestern ganz entspannt. Von Corinna Hiss 

Dazu hat er auch allen Grund: Mit einem Endergebnis von 72,2 Prozent hat die Union einen neuen Rekord gebrochen und ist, seitdem sie 2006 die 32 Jahre währende Ära der SPD beendet hat, stetig auf Erfolgskurs. „Wir haben die vergangenen fünf Jahre eine solide Politik gemacht und finanziell gut gewirtschaftet. Das sehen auch die Bürger“, begründete der gebürtige Schotte das herausragende Ergebnis. So kämen allein durch die Gewerbesteuer des Park 45 ein Drittel der Gesamteinnahmen der Gemeinde zusammen. Doch nicht nur darin sah Ross einen Anreiz für viele, ihr Kreuz bei „schwarz“ zu machen. „Unsere Liste war ein bunter Mix aus jungen Leuten und Altbekannten. Zudem war unser Wahlkampf unaufdringlich“, sagte er. Ein weiterer Pluspunkt sei auch der Wegfall der FDP gewesen. „Dieser eine Sitz war uns so gut wie sicher“, so der Parteivorsitzende.

Mit mehr als einer Zweidrittel-Mehrheit hat die CDU denkbar gute Chancen, ihre Ziele voranzubringen. Wurde die vergangenen fünf Jahre der Fokus auf Kinder und Jugendliche gelegt – unter anderem mit dem Anbau beider Kitas – sollen jetzt die Senioren dran sein. „Die Menschen wollen auch im Alter in ihrer Heimatgemeinde bleiben und das möchten wir ermöglichen“, berichtete Ross. So sollen die Möglichkeiten von kleineren Apartments über betreutes Wohnen bis hin zu einem Pflegeheim reichen. Während also bei der CDU der Jubel groß ist, herrscht bei der SPD hingegen Katerstimmung. „Wir haben erwartet, dass wir massive Probleme bekommen, aber dass wir gleich zwei Sitze abgeben müssen, damit haben wir nicht gerechnet“, zeigte sich Fraktionsvorsitzender und SPD-Spitzenkandidat Hans-Joachim Larem gestern schwer enttäuscht.

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Dabei ordnete er den Verlust der Stimmen nicht dem Wahlprogramm der Sozialdemokraten zu, im Gegenteil: „Damit konnten wir bei vielen Bürgern punkten.“ Schwerpunkt darin war die Konzentration auf die innerörtliche Entwicklung. Indem bei Neubaugebieten auf die Kinderrabatte (zwölf Prozent pro Kind auf den Kaufpreis) verzichtet würde, könne das überschüssige Geld in die Infrastruktur im Ortskern gesteckt werden. Doch spätestens seit Anfang des Jahres sei alles nur von der Flüchtlingsproblematik überschattet gewesen. „Bei unserem Neujahrsempfang ließ der Landrat die Bombe mit der Unterbringung von 1 000 Asylbewerbern im Park 45 platzen. Dabei wussten wir von nichts“, sagte er. So sei bei vielen der Eindruck entstanden, dass die SPD das Vorhaben forcieren wolle – und Bürgermeister Carsten Helfmann habe als strahlender Retter dagestanden, der alles verhindert. „Der Unmut der Bürger über Landkreisentscheidungen richtete sich letztendlich gegen die örtliche Partei“, bedauerte er.

An Aufgeben denkt die SPD trotz ihrer wenigen acht Sitze im Parlament nicht. „Wir werden auch in Zukunft motiviert sein, uns einzubringen, denn in den vergangenen Jahren haben wir als Opposition einiges erreicht“, zeigte sich Larem kämpferisch. Sein Paradebeispiel für den erfolgreichen Einsatz der Sozialdemokraten: Der Neubau der Bürgerhalle 2011.

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Quelle: op-online.de

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