Spannendes Jahr für den Kerbverein

2016 mit neuem Chef

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Groß-Zimmern - An vielen Orten auf der Welt hat das neue Jahr mit Morden und Terror begonnen. Aus dem Keller des Glöckelchens sandten die Gäste des Neujahrsempfangs 2016 am Sonntag ein Zeichen des friedvollen Miteinanders. Von Ursula Friedrich 

Und selbst die überraschende Botschaft Thomas Beutels, nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden beim Kerbverein kandidieren zu wollen, konnte die positive Stimmung nicht vollends trüben. Umarmungen, Küsse, gute Wünsche wurden ausgetauscht. Und die Kunde, dass der Kerbjahrgang 1996/97 schon in den Startlöchern steckt, mit viel Applaus honoriert.

Der Besuch der Sternsinger beim Empfang des Kerbvereins hat Tradition. Dass die jungen Leute Gottes Segen und Lieder ins urige Kellergewölbe trugen, unterstrich den Charakter der feierlich-fröhlichen Veranstaltung. Aus Kerbperspektive hat das Jahr 2016 viel Neues zu bieten. Beutel, seit zehn Jahren Frontmann des Vereins, und Stellvertreter Harald Stapp kandidieren bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr für den Vorsitz. Wer Kerbikone Beutel kennt, kann sich jedoch denken, dass das Feld um das größte Zimmerner Fest bestellt ist und fachkundige Nachfolger parat stehen. Die Jahreshauptversammlung im März steht im Zeichen einer sprichwörtlich fundamentalen Entwicklung.

Eine zehnköpfige Jury wählt derzeit unter den Entwürfen für ein Kerbdenkmal das Beste aus. Die Idee: Das Monument soll zentral auf dem Rathausplatz das ganze Jahr über der Zimmerner liebstes Fest in den Fokus rücken. Der „Rote Platz“ wird zuvor umgestaltet, so Bürgermeister Achim Grimm. Dass die Kerb Herzstück des gesellschaftlichen Lebens ist, ist bekannt. Jedoch deutlich länger, als dies bislang aufgrund historischer Quellen dokumentiert ist. Dem Heimatforscher Helmut Kriha sei es zu verdanken, dass die Feier der Kerb bis ins Jahr 1491 nachgewiesen wurde, zitierte Beutel in seiner Neujahrsansprache.

Und dieser Termin, der auf einer Urkunde eines Michelstädter Pfarrers beruht, muss nicht endgültig sein. „Die Weihe der evangelischen Kirche war 1475“, erklärte der Vorsitzende. Weil das Gotteshaus auf viel älteren Fundamenten einer Vorgängerkirche ruht, sei naheliegend, dass die Kerb eventuell noch älter ist. Nachweislich deutlich älter als die Dieburger Fastnacht, die seit 1508 gefeiert wird.

Doch zurück in die Zukunft. Der Kerbverein ist mit rund 400 Mitgliedern bestens aufgestellt. Auch mit einem neuen Jahrgang, der erwartungsvoll mit den Füßen scharrt. Dass die Vereinssatzung im März modifiziert werden muss, ist nach 35 Jahren eine eher formelle Angelegenheit. Und auch mit einem neuen Vorstand würde sich, so Beutel, nichts an dem erklärten Vereinsziel ändern, das Heimatfest zu bewahren und zu fördern. Mit einem „packen wirs an“, schloss er seine Rede. Und unisono tönte es aus aller Munde durchs Gewölbe: „Die Zimm’ner Kerb, sie lebe hoch!“

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