Sicher im Auto und auf der Straße

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Wenn ein Fahrzeug bremst, steht es nicht gleich still. Das lernen die Fünftklässler beim ADAC-Kurs. Thomas Tuma (rechts) vom ADAC erklärt den Fünftklässlern, wie lange der Bremsweg beim Autofahren dauert.

Gross-Zimmern - Zwölf und 1,50 sind beides magische Zahlen. So viel wussten die Fünftklässler in der Albert-Schweitzer-Schule bereits. Doch vieles, was ADAC-Moderator Thomas Tuma den Schülern bei der Aktion „Achtung Auto!“ erklärte, war auch für sie Neuland. Von Corinna Hiss 

Airbags, Bremsweg und richtiger Gebrauch vom Kindersitz, damit im Straßenverkehr bei einem unvorhergesehenen Ereignis nichts Schlimmeres passiert, gilt es zu beachten.

Die erste Stunde verbrachten die Schüler im Klassenzimmer, theoretisch ging es dort aber trotzdem nicht zu. Anhand nützlicher Beispiele machte Tuma allen verständlich, wie wichtig ein Kindersitz ist, und ab wann er nicht mehr gebraucht wird. Dieses Thema war gerade für die Fünftklässler besonders von Interesse, schließlich stehen viele von ihnen diesbezüglich an einem Scheideweg. „Ich setze mich hinten auf meinen Kindersitz ins Auto“, sagte der elfjährige Amir korrekterweise, der auch gleich eine Erklärung dafür parat hatte: „Erst, wer zwölf Jahre alt oder über 1,50 Meter groß ist, braucht keinen Kindersitz mehr.“

Sina, ebenfalls elf, aber größer als ihr Klassenkamerad, braucht folglich kein Sitzpolster mehr und darf sogar schon vorne sitzen. „Aber nur, wenn der Airbag ausgeschaltet ist“, warnte der ADAC-Experte. Bei diesem Thema zeigte sich, dass viele Kinder noch nicht wussten, wie der weiche Lebensretter funktioniert. „Der Luftsack kommt beim Aufprall mit 280 Kilometer pro Stunde herausgeschossen und hält den Kopf fest. Der Körper wird durch den Gurt gehalten.“ Da aber bei Kindern die Knochen noch nicht so hart seien wie bei Erwachsenen, ist der Airbag für sie eher gefährlich als hilfreich.

In der zweiten Stunde ging es hinaus auf den Lehrerparkplatz, wo das ADAC-Auto, eine mit Kreide gemalte Linie und mehrere rote Hütchen auf dieSchüler warteten. „Innerorts gilt Tempo 50, an Schulen aber sogar nur Tempo 30“, erklärte Tuma. Wieso diese 20 Kilometer pro Stunde weniger so wichtig sind, zeigte er den Jugendlichen praxisnah.

Jeder durfte sich einmal mit dem ADAC-Moderator ins Fahrzeug setzen und hautnah erleben, welche Kräfte auf den Körper wirken, wenn bei Tempo 30 eine Vollbremsung hingelegt wird. Dabei sah die Klasse auch, wie lange das Auto brauchte, bis es endlich zum stehen kam. „Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert während der Autofahrt, dauert es bestenfalls eine Sekunde, bis ich reagieren kann“, warnte Tuma und appellierte daher an alle, nie ohne zu schauen über die Straße zu laufen.

Mit quietschenden Reifen zeigte Tuma dann, wie lange der Bremsweg bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten dauert. Bei Tempo 30 brachte er seinen Wagen nach vier Metern zum Stehen, bei Tempo 50 erst nach zwölf Metern. „Die Geschwindigkeit hat sich nicht einmal verdoppelt, der Bremsweg wurde dafür aber verdreifacht“, erklärte er.

Was für die Schüler im Auto Adrenalin pur war, kann im Straßenverkehr fatal werden. Denn oftmals werden Kinder, die auf die Straße rennen, zu spät gesehen und es sind keine zwölf Meter mehr zwischen ihnen und dem Auto. „Alle sollten an Schulen langsam fahren, aber viele tun es einfach nicht“, sagte Tuma und riet aus diesem Grund, sich als Fußgänger wenigstens korrekt zu verhalten: „Stellt euch so hin, dass euch jeder sieht, und guckt nach links und rechts, bevor es über die Straße geht.“

Auch wenn die Schüler während der Vollbremsung viel Spaß hatten, erkannten sie doch die Geschwindigkeit und Wucht eines fahrenden Wagens. „Gegen das Auto habt ihr keine Chance“, mahnte Tuma eindringlich.

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