Im Nordring werden derzeit 64 Kinder betreut

Älteste Gemeindekita feiert 40 Jahre alt 

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Generationenübergreifend: Siglinde Kühnl (Mitte), ihre Tochter Kerstin und die Enkelin Svenja Pertzsch sind alle drei jahrelang den Weg zum Kindergarten im Nordring gegangen.

Groß-Zimmern - Auch ein Kindergarten kann in die Jahre kommen, seine Besucher hingegen bleiben immer jung. Und die freuen sich besonders über Geburtstagsfeste. Von Gudrun Fritsch 

Der Kindergarten Nordring feierte jetzt sein 40-jähriges Bestehen mit Aufführungen, Ausstellung und einer kleinen Werkstatt. Seit Wochen hatten die rund 80 Kleinen auf die Feier hingefiebert und mit ihren Erziehreinnen Tänze und Lieder eingeübt. Nun war es endlich soweit. Eine Kombination aus Bewegung und Gesang präsentierten eingangs die Kinder der Waldschulgruppe. Für den Vortrag des nicht ganz einfachen „Schnee-See-Insel-Baum-Ast-Vogel-Feder-Kleid-Liedes“ erhielten sie reichlich Applaus und zuletzt jeder eine kleine Feder. Kita-Leiterin Elke Zaske beschrieb zur Begrüßung den aktuellen Stand der Entwicklung. Der Kindergarten Nordring widmet sich nach wie vor ausschließlich der Betreuung und Förderung über Dreijähriger (Ü-3). Zaske sprach vom Wandel des Familienbildes, von Integration, Inklusion und Migration. Die pädagogischen Ansprüche seien mit mehrsprachigen Kindern und durch den Einzug moderner Medien gestiegen. Sie erwähnte ausdrücklich die auch für Muttersprachler oft notwendige Sprachförderung und die enge Zusammenarbeit mit Schulen, Therapeuten und Ärzten. „Der Kindergarten ist auf dem Weg zum Familienzentrum“, lautete ihr Fazit.

Zuvor war Bürgermeister Achim Grimm auf die Anfangszeit des ältesten Gemeindekindergartens eingegangen. Ein Jahr nach dem Spatenstich 1974 konnte die Einrichtung 1975 in Betrieb genommen werden. Bis dahin gab es ausschließlich konfessionelle Kindergärten im Ort. Schmunzelnd erinnerte der Bürgermeister an die Baukosten: 600 000 Deutsche Mark reichten damals aus. Die Betreuung von 100 Kindern erfolgte durch eine Leiterin, zwei Erzieherinnen und zwei Praktikantinnen. Für heutige Verhältnisse ein unvorstellbarer Personalschlüssel. Im Vergleich nannte Grimm aktuelle Zahlen. Der Bau der neuen Kita mit U-3-Angebot in der Angelgartenstraße habe knapp drei Millionen Euro gekostet und gegenwärtig beschäftige die Gemeinde in den vier Kindergärten von 7 bis 17 Uhr jeweils zwischen 12 und 14 Erzieherinnen.

Die „Waldgeister“ beschrieben zum Kita-Geburtstag das „Schnee-See-Insel-Baum-Ast-Vogel-Feder-Kleid“.

Zur Feier waren auch zahlreiche ehemalige Kinder, Eltern und Mitarbeiter gekommen. Die standen oft begeistert vor der Fotogalerie im Turnraum. So auch Siglinde Kühnl und ihre Tochter Kerstin Pertzsch (43), die 1976 wohl unter den ersten Kindern der Einrichtung war. Bis 1979 besuchte sie den Nordring. „Einmal im Jahr haben wir mit unserer Erzieherin Helga Huttler einen Bauernhof besucht“, erzählte sie in Erinnerungen schwelgend und zeigte auf ein Foto: „Guck! Da ist die ja Melanie. Seit damals sind wir schon befreundet“, erzählte sie ihrer Tochter Svenja (11), die 2007 ebenfalls den Kindergarten besuchte. „Ich war immer gerne hier. Wir haben viel gebastelt und unternommen. Auch jetzt komme noch manchmal zu Besuch her“, erzählte die Jugendliche. Derzeit werden in der Kita 64 Kinder in drei Gruppen betreut, die meisten von 7.30 bis 12.30 Uhr. Aktuell sind einige Plätze frei. Viele Kinder bleiben zum Mittagessen, das durch einen Caterer geliefert wird, bis 14 oder 16 Uhr. Zur Einrichtung zählt auch der Waldkindergarten mit Domizil in der Waldschule.

Im nächsten Jahr wird die Gemeinde ins kleine Außengelände investieren, so ist es im Haushalt geplant: Die „Untergehende Bounty“ mit ihrer original Schiffsglocke, deren schriller Klang den Kleinen eine Freude, den Nachbarn hingegen ein Leid war, hat ein Leck. „Bevor das Schiff ganz versunken ist, gibt es ein neues Spielgerät“, kündigte Bürgermeister Grimm an. Das soll allerdings glockenfrei bleiben.

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