Neunköpfige Delegation aus Zimmern zu Gast in Burgberg

Agrarprojekt bringt Rumänen näher

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Zeitreise in eine andere Welt: Die Straße durch Burgberg ist noch nicht asphaltiert.

Groß-Zimmern - „Wir waren alle zutiefst beeindruckt“, schwärmte Hans Peter Wejwoda, Sachbearbeiter der Gemeinde für Öffentlichkeitsarbeit, im Umweltausschuss von der Reise nach Burgberg.

Er gab einen kurzen Rückblick auf die Reise einer neunköpfigen Delegation nach Rumänien, die er als „Zeitreise in eine andere Welt“ bezeichnete. Gemeinsam mit vier anderen Kommunen will Zimmern den Netzwerkantrag „RessourceLebensmittel“ auf den Weg bringen. Das war das Ergebniseines Treffens mit den internationalen Gästen beim Kürbismarkt im Oktober. Neben Bürgermeister Achim Grimm, den Organisatoren Jürgen und Brigitte Günster waren auch drei Jäger, ein Öko-Landwirt sowie weitere Angestellte der Gemeindeverwaltung dabei. Burgberg sei in der Entwicklung etwa 50 Jahre zurück. Wejwoda berichtete vom schlechten Zustand der Straßen, die Großteils noch nicht über eine Asphaltdecke verfügen, und von einer kaum vorhandenen Infrastruktur. Dem gegenüber stehe eine großflächige, offensichtlich intakte Landschaft, die die Hauptlebensgrundlage für die dort wohnenden Menschen sei.

Um ein 2014 angeregtes EU-Projekt zum Erfolg zu bringen, wurde der antragstellenden Gemeinde Groß-Zimmmern empfohlen, sich Partner aus dem Osten Europas zu suchen. Dies, so die beratende Agentur damals, könnte die Erfolgsaussichten auf eine Förderung aus zwei Gründen erhöhen. Zum einen würden Partnerschaften mit Ländern aus Osteuropa eher bezuschusst als mit Ländern aus dem Westen. Zum anderen sei das Projektthema „Ressource Lebensmittel bi(o)lateral sinnvoller nutzen“ in Ländern wie Rumänien, wo der ökologische Landbau gegenüber dem kommerziellen noch überwiegt, wesentlich besser umzusetzen wie etwa in Frankreich. Als das damalige Gemeindevorstandmitglied Jürgen Günster dies erfuhr, stellte er den Kontakt zu Michael Lienert her. Im Oktober 2015 kam dann eine kleine Delegation aus Burgberg zu einer ersten Begegnung nach Zimmern. Im Rahmen des Projektes, an dem sich auch die Kommunen Rignano sull‘Arno (Italien) und Kriva Palanka (Mazedonien) beteiligen, wurde ein nachhaltiger Prozess eingeleitet. Ziel ist es, in Zukunft auf Märkten der Partnerkommunen biologisch erzeugte Produkte anzubieten, dabei voneinander zu lernen und weiterhin einen regen Austausch zu betreiben. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichteten sich 2015 die Kommunen, den ökologischen Landanbau zu unterstützen. Ziel ist es, im Rahmen der EU-Agenda den Anteil des biologischen Landanbaus bis 2020 um vier Prozent zu steigern. Darüber hinaus soll ein Netzwerk zwischen aufgebaut werden, um Strukturen positiv zu verändern. Die Förderung der Kommunikation ist dabei ein erstes Ziel. Das Verständnis füreinander soll verbessert, der Kontakt ausgebaut und die Möglichkeiten Freundschaften zu pflegen gefördert werden. Um diese Ziele zu erreichen, fand beim Kürbismarkt im Oktober ein Treffen statt. Daran nahmen Vertreter aus allen Projektgemeinden sowie eine Delegation aus der französischen Gemeinde St. Fargeau-Ponthierry teil (wir haben berichtet). Hier wurde beschlossen, zum 1. März 2018 bei der EU einen Netzwerkantrag einzureichen, der in den Jahren 2018 und 2019 in die Tat umgesetzt werden soll. (guf)

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