Antikes Griechenland zum Anfassen

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Die Schüler der Klasse G6c interessieren sich sehr für die Gebrauchsgegenstände im alten Griechenland.

Groß-Zimmern - Die Schüler der Gymnasialklasse 6c der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) drängeln sich um den großen Tisch. Alle wollen die Exponate sehen, die Museumspädagogin Eva-Brigitte Mertzdorff-Knapp mitgebracht hat. Von Ulrike Bernauer.

 Die Schüler genießen am Dienstag mit der Archäologin Geschichte zum Anfassen. Das Projekt des museumspädagogischen Dienstes, der den Schulen vom hessischen Kultusministerium empfohlen wird, nennt sich: „Handlungsorientierter Geschichtsunterricht“. Mertzdorff-Knapp hat verschiedene Themen im Angebot, die Steinzeit, die Römerzeit, das pharaonische Ägypten oder das Mittelalter kann sie spannend darstellen. Für die ASS hat sie das antike Griechenland im Gepäck, wobei sie sich definitiv auf die Antike beschränkt, die aktuellen Sorgen des Mittelmeerlandes bleiben hier außen vor. Die Schüler sind vom Unterricht zum Anfassen begeistert. Antike Gewänder dürfen sie ausprobieren oder den Ariadnefaden knüpfen. Bekanntlich fand Theseus mit Hilfe des von Ariadne hergestellten Fadens den Weg aus dem Labyrinth des Minotauros. Die Schüler stellen Druckbleche her und dürfen die griechische Schrift üben.

Fasziniert sind sie auch von der Aufbewahrung der Papyri, die ja bekanntlich um ein Holz gerollt waren. Damit man nicht jeden einzelnen Papyrus aufrollen musste, um den zu finden, den man suchte, wurden die Rollen mit herabbaumelnden Etiketten versehen. Zwar findet man heute anhand des Titels auf dem Buchrücken das gewünschte Werk leichter, aber die Methode half den alten Griechen doch sehr. Mia-Marie (12) hat die Art des Unterrichts sehr gut gefallen. Sie findet es sehr spannend, auf Papyrus zu schreiben, und aus Bambus selber einen Füllfederhalter herzustellen. Finn ist beeindruckt von der antiken Götterwelt, aber besonders von „Superman Herkules“. Ihn fasziniert auch, dass man Geschichten nicht nur auf Papyrus niederschrieb, sondern dass die antiken Vasen mit ihren Bildern ganze Storys erzählen. Jonas ist besonders beeindruckt von der Archivierung. „Mit Strichen, die in Vasen geritzt wurden, haben sie die Abstimmungen festgehalten. Schließlich war Griechenland die erste Demokratie.“

Der Unterricht zum Anfassen ist für die Sechstklässler der Einstieg in das Unterrichtsthema „antikes Griechenland“. Nachdem sie auf diesem Weg viel über die Heimat der Demokratie erfahren haben, geht es nun mit Referaten weiter, die sie selbst erarbeiten müssen. Geschichtslehrer Adi Bittner hat sich die Themen ausgedacht, die Schüler wurden dann gelost. Manche sind sehr zufrieden, so können sich Jonas und Finn mit Sparta beschäftigen. Mia-Marie, Sarah und Maren werden sich über die antike Olympiade informieren. Olivia, Helin und Elisabeth haben zwar erst ein wenig gestöhnt, aber inzwischen haben sie sich mit dem zugegebenermaßen schwierigen Thema „Philosophie und Kunst“ gut angefreundet.

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