Der Beton ist fertig

Ausbau der Kläranlage läuft planmäßig

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Deutlich sichtbar ist inzwischen das neue Kombibecken der Groß-Zimmerner Kläranlage. Im Januar kommenden Jahres soll die Erweiterung in Betrieb gehen.

Groß-Zimmern - Die Arbeit zur Erschließung für das Neubaugebiet „Hinter dem Schlädchen“ haben begonnen. Es wird Zimmern zusätzliche Einwohner bescheren. Auch deshalb muss die kommunale Kläranlage erweitert werden.

Im vergangenen Jahr war dafür Spatenstich, gegenwärtig sind die Arbeiten weitgehend im Plan. „Ein bis zwei Wochen sind wir noch hintendran“, sagt Ali Bakkar, der für das Ingenieurbüro Reitzel das Projekt betreut. Damit sind die Verzögerungen, die sich durch hohe Grundwasserstände in den Wintermonaten ergeben haben, weitgehend aufgeholt. Sichtbares Zeichen der Erweiterung ist das inzwischen weit übers Bodenniveau herausragende Betonrund eines neuen Kombibeckens, Kernstück der Ertüchtigung, mit der die Kapazität der Anlage dem Wachstum Groß-Zimmerns angepasst wird.

„Außerdem ist das Gebäude des Zwischenpumpwerks weitgehend fertig, es wird gegenwärtig verputzt“, so Ingenieur Bakkar, der Wurzen in Syrien hat, aber in Karlsruhe aufgewachsen ist und mit waschechtem badischem Akzent spricht. Die Kläranlage befindet sich – recht logisch – am tiefsten Punkt der Groß-Zimmerner Gemarkung, und die ankommende Brühe muss ja erst einmal von unten wieder nach oben über den Beckenrand zur belebten Klärung. Im großen Rund beschäftigen sich nämlich Bakterien mit Fäkalien und anderen Haushalts-Hinterlassenschaften, werden durch eine Belüftung unterstützt, und von oben rührt ein Schlammrechen durch die Brühe.

Das alles ist aber noch Zukunft. „Ab Ende August“, versichert der Projektleiter, „wird dann die ganze Maschinerie eingebaut“, Kabel, Rohre, Pumpen und Steuerelektronik. Fertig ist inzwischen ein neues Auffang-Becken im bestehenden Anlagenbereich, zum Sammeln der Flüssigkeit, die beim Zentrifugieren des Klärschlamms austritt. Die kann künftig von dort zeitgesteuert und damit auf Kapazitätsfenster ausgerichtet der Nachklärung zugeführt werden. Unabweisbar geworden ist die Kläranlagen-Erweiterung nicht nur durch das Wachstum Groß-Zimmerns, sondern auch durch hohe Nitrat-Einträge, deren Ursache bis heute nicht geklärt werden konnte. Beide Faktoren wurden in einer Auflage des Regierungspräsidiums Darmstadt gebündelt, ohne Erweiterung hätte es wohl auch keine Genehmigung für das „Schlädchen“ gegeben, und an die beabsichtigte Neuausweisung von rund fünf Hektar Gewerbefläche wäre schon gar nicht zu denken gewesen.

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Andererseits beteiligte sich das RP auch mit einem Zuschuss von 750.000 Euro an den geschätzten Gesamtkosten von 3,7 bis 3,8 Millionen Euro. Nach bisherigen Ausschreibungs-Ergebnissen könnte es sogar billiger werden: „Alle großen Gewerke wie Rohbau, maschinentechnische und elektronische Ausrüstung wurden vergeben. Die beauftragten Gewerke wurden für 2.783.207,54 Euro vergeben“, hat Zimmerns Bürgermeisterunlängst dem Gemeindeparlament gesagt. „Der Kostenansatz gemäß der Entwurfsplanung belief sich auf 3.140.535 Euro. Bisher verausgabt wurden rund 1.210.000 Euro.“ Die Baukosten abzüglich des RP-Zuschusses finanziert Groß-Zimmern zunächst aus Rücklagen. Allerdings werden am Ende die Nutzer der Anlage über die Abwassergebühren zur Kasse gebeten und refinanzieren damit den Bau über die vermutlich dreißigjährige Dauer seiner Abschreibung – einschließlich einer Eigenkapitalverzinsung. (sr)

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