Treffen im Gemeindezentrum

Frauenfrühstück sorgt für Bewegung

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Frauen in Aktion - da kann man sich auch mal an die eigene Nase fassen: Die Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks nahm Referentin Ulrike Lang auf eine Bewegungsreise mit.

Groß-Zimmern - Das Frauenfrühstück im evangelischen Gemeindezentrum ist seit 17 Jahren ein gutes Beispiel für moderne Kirche und gelebte Ökumene. Fünf bis sechs Mal im Jahr treffen sich Frauen beider Konfessionen auf Einladung des evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Von Ursula Friedrich 

Vor rund 500 Jahren war Religion für das gemeine Volk ein abstraktes Regime katholischer Kleriker, die in unverständlicher Sprache aus der Bibel lasen. Und den kleinen Mann via Ablasszahlung vor dem gefürchteten Fegefeuer bewahrten. Mit der Reformation, die sich am 31. Oktober 2017 zum 500. Mal jährt, und unter anderem die Übersetzung der Bibel ins Deutsche mit sich brachte, wurde die christliche Botschaft auch für das Volk transparent – ein Prozess, der bis in die aufgeklärte Moderne nachklingt und zu einer Diskussionskultur geführt hat, die vor wenigen Jahrhunderten undenkbar war. Und während Martin Luthers Wirken die Spaltung der Kirche, auch blutige Unruhen auslöste, wird heute vielerorts der ökumenische Geist gepflegt.

Nicht nur Erwachsenenbildung hat in beiden christlichen Kirchen ihren festen Platz. Auch überwindet man Grenzen, um sich in neuem Kontext Gott zu öffnen. Das tut man seit 17 Jahren auch beim Frauenfrühstück – fünf bis sechs Mal pro Jahr im evangelischen Gemeindezentrum. Am Samstag war dort wieder ein Frühstücksbüfett angerichtet. Dem folgten ein Vortrag und Aktionen. „Viele Frauen kommen wegen der tollen Themen zu uns“, so Organisatorin Cordula Habenicht. Aber auch wegen der Atmosphäre und des Miteinanders, wie Heidrun Fornoff aus dem Orgateam ergänzt. Besucherinnen aus umliegenden Kommunen sind keine Seltenheit. Meist sitzen 30 bis 40 Frauen im Saal. Referentin Ulrike Lang vom Landesverband evangelischer Frauen in Hessen holt ein Skript aus der Tasche. „Wir sind ein eigener Verein innerhalb der Landeskirche, der sich auch gesellschaftlichen Themen aus Frauensicht widmet“, erklärt sie.

Trotz des mehrseitigen Handouts gibt es keinen trocken Frontalvortrag, sondern ein kurzweiliges Wechselspiel zwischen Zuhören, Mitmachen und „in sich hineinhören“. „Bewegung und Bewegungsfreude – ein Aspekt von Lebenskunst“ ist das Motto des Vormittags. „Bewegung ist der Motor des Lebens“, steigt Ulrike Lang ins Thema ein, weiß erschreckende Zahlen neuster Statistiken: „Im Durchschnitt sitzen wir alle sieben Stunden am Tag.“ Dass Bewegung sich nicht auf körperliche Mechanismen reduziert, sondern auch den „Geist“ mitnimmt, erfahren alle am eigenen Leib. Vom Entspannen zum Loslassen, vom munteren Bewegungsspiel bis zum Bewegungsgebet reicht das Spektrum. Rasch ist in die Wahrnehmung des „Ichs“ Bewegung gekommen und mit einer herzlichen Bewegung zur Nebenfrau auch der Damm zur Tischnachbarin gebrochen. Gestärkt an Körper und Geist geht es nach Hause. Und es bleibt die Freude auf das nächste Frauenfrühstück, das am Samstag, 15. Oktober, stattfindet.

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