Ein spezielles Geschenk für Hannes von harten Kerlen mit weichem Kern

Blau-Weiße Anhänglichkeit

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Hannes freut sich riesig über den Anhänger vom Jahrgang 1980/81. Viele der blau-weißen Kerbborschte sind inzwischen selber Väter und können die Sorgen ihres Freundes gut nachvollziehen.

Groß-Zimmern - Eine ganz besondere Freude machte eine Abordnung des Kerbborschte-Jahrgangs 1980/81 ihrem Kollegen Matthias Kuhr: Mit einem speziell angefertigten Fahrradanhänger können er und Sohn Hannes künftig wesentlich komfortabler unterwegs sein und das Auto öfter mal in der Garage stehen lassen. Von Julia Glaser

Die Geschichte rund um das Geschenk beginnt traurig. 2014 erhielten Hannes Eltern Matthias und Marieke eine schlimme Diagnose für ihren damals sechsjährigen Sohn: Hannes litt an Knochenkrebs. Eine Schwellung im Oberschenkel erwies sich als Tumor. „Er war noch sehr jung für Knochenkrebs“, sagt Mama Marieke. Für gewöhnlich erkranken Kinder erst ab etwa zehn Jahren daran. Der Tumor war so groß, dass ein Teil des Beines amputiert werden musste. Bei einer Rotationsplastik wurde bei Hannes danach der Unterschenkel mit Wade und Fuß um 180˚ gedreht mit dem Oberschenkel verbunden, das Sprunggelenk befindet sich damit auf Höhe des Knies.

Noch ist Hannes auf Krücken angewiesen, aber in absehbarer Zeit soll er eine Prothese mit Gelenk erhalten und dann lernen, den Fuß als Knie zu verwenden. Mit einigem Training und viel Geduld wird er voraussichtlich wieder ganz ohne zusätzliche Hilfe laufen können. Seit Mitte Mai hat Hannes auch die Chemotherapie überstanden. „Er ist gesund, gilt als krebsfrei“, freut sich Mama Marieke. Dem inzwischen achtjährigen Jungen merkt man die Strapazen kaum an, die er mitgemacht hat. Er tobt mit seiner vierjährigen Schwester Ella durch den Garten, spielt gerne Lego, ist Fan des FC Bayern, liest leidenschaftlich gerne Fantasy-Bücher und wird nach den Sommerferien die zweite Klasse der Friedensschule besuchen. In seiner großen Familie, umgeben von Verwandten und Freunden, ist er glücklich. Das Geschenk seines Jahrgangs bedeutet Matthias Kuhr viel. Es beweist, wie sehr die Verbund innerhalb der Gruppe noch immer vorhanden ist. „Der Jahrgang hat schon länger nachgefragt, womit er uns unterstützen könnte. Als das Wetter besser wurde, sind wir auf die Idee mit dem Fahrradanhänger gekommen“, erzählt der Vater. Familie Kuhr ist gerne mit dem Fahrrad unterwegs, und jetzt mit dem Anhänger auch wesentlich flexibler als mit dem Auto.

Kerb in  Klein-Zimmern 2014

Die Organisation der selbstverständlich blau-weißen Spezialanfertigung hat Kerbmädchen Jasmin Potschull koordiniert, die mittlerweile in Hamburg lebt. Das Gefährt ist größer und stabiler als ein normaler Fahrradanhänger, außerdem ist es durch mehr Kopffreiheit komfortabler. Neben Hannes passt sogar noch ein weiterer Passagier hinein, sodass die Geschwister auch gemeinsam mitfahren können. Rund 900 Euro kostete der Anhänger, aber er wird auch mehrere Jahre im Einsatz sein. Mit-Kerbboscht Jan Hippich bringt auf den Punkt, was die Geste für ihn und die anderen „Blau-Weißen“ seines Jahrgangs bedeutet: „Wir wollen damit zeigen, dass ein Jahrgang nicht nur zusammen feiert. Er steht auch zusammen. Jeder ist für den anderen da, besonders, wenn es drauf ankommt.“

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