Vogelzählung an der Waldschule

Buchfink, Meise und Star sind da

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Bei der Waldschule halten Vogelfreunde im Rahmen der Stunde der Gartenvögel Ausschau nach den gefiederten Freunden.  

Groß-Zimmern - Vögel zwitschern bekanntlich besonders gerne früh am Morgen. Aber auf den Gesang kommt es bei der bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ nicht unbedingt an. Wichtiger ist, wie viele man sieht. Von Ulrike Bernauer 

Weil in der Gemeinschaft fast alle Dinge mehr Spaß mache, hatte der Naturschutzbund (NABU) am Sonntagmorgen zum kollektiven Sichten und Beobachten an die Waldschule geladen. Und weil es sich mit vollem Magen besser schauen lässt, gab es, bevor die Vogelfreunde zur Tat schritten, auch erst mal ein gemeinsames Frühstück. Derart gestärkt begaben sich alle auf das Außengelände. Im Verlaufe der einen Stunde wurden zahlreiche Vögel gezählt. Dazu gehörten die Erwarteten wie der Star, der Buchfink, die Meisen sowieso, aber auch Mauersegler oder Trauerschnäpper. Letzterer ist normalerweise nicht so häufig in der Gemarkung zu sehen, aber, wie der Vorsitzende des NABU, Dr. Lothar Jacob weiß, nistet einer in der Nähe der Waldschule.

Den Neulingen – es sind Gäste gekommen, die sich zum ersten Mal an der Beobachtung beteiligen – erklärt Jakob den Sinn und Zweck der Aktion. Früher habe die Wissenschaft die Hobby-Ornithologen eher belächelt, heute setzen sie auch deren Beobachtungen bei ihren wissenschaftlichen Studien ein. Die Gartenvögel werden in dieser Woche bundesweit beobachtet, Anzahl und Arten der Vögel werden dann im Internet eingetragen. „So erhält man einen guten Überblick über die Vögel, die es in den verschiedenen Regionen gibt“, so Jakob.

So gibt es, unter anderem durch den Klimawandel, aber auch durch die Umgestaltung der Landschaft durch den Menschen immer wieder Änderungen in den Populationen. Die Mauersegler haben sich beispielsweise in Frankfurt sehr ausgebreitet. Statt in den Felsformationen brüten sie inzwischen lieber an den Häusern.

Während alle ihren Kopf himmelwärts wenden, bleibt auch noch viel Zeit für andere Informationen. So nisten momentan am Reinheimer Teich elf Storchenpaare, ein Höchststand in den letzten Jahren. „Ob alle Brutpaare tatsächlich ihre Jungen groß bekommen, ist noch nicht klar, dazu muss auch das Nahrungsangebot stimmen.“

Jakob erzählt auch von einer Fahrradtour, dem Bird-Racing, das schon am Samstag stattgefunden hat. Eine Gruppe Vogelbeobachter war mit dem Rad zwischen Groß-Zimmern und Babenhausen unterwegs, insgesamt von vier Uhr in der Früh bis 23 Uhr in der Nacht. Nach Babenhausen sind die Radler spät gefahren. Sie wollten den Haubentaucher sehen, der dort ansässig ist, allerdings kann man den am besten bei Anbruch der Nacht beobachten.

Über insgesamt 14 Vogelarten können sich die Vogelfreunde in einer Stunde freuen. Nun ist Jakob gespannt, wie viele Privatleute ihre Beobachtungen noch eingeben. Am nächsten Wochenende besteht noch einmal die Möglichkeit, Vögel zu beobachten und zu zählen, egal ob vom heimischen Balkon oder Garten oder im benachbarten Park.

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