Offene Ausleihe und Abgabe für alle Leser

Bücher in der Telefonzelle

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Bürgermeister Achim Grimm (rechts) und Ortsvorsteher Markus Geßner freuen sich, dass die Büchertelefonzelle gut angenommen wird.

Klein-Zimmern - Leuchtend rot lockt die alte Telefonzelle Kunden an. Sie hat nicht nur ihre Farbe gewechselt, sondern auch ihre Bestimmung. In den Zeiten des Handys war sie überflüssig geworden und wurde Anfang 2013 von der Telekom abgebaut. Von Ulrike Bernauer

In der Ortsmitte Klein-Zimmerns befindet sich in der gläsernen Zelle nun ein gut gefülltes Bücherregal. Damit hat sich Ortsvorsteher Markus Geßner einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Schon bevor die rote Zelle nun am Feuerwehrplatz aufgestellt wurde, hatte er ein Bücherregal am Lädchen in der Markstraße 40 aufgestellt. Da die Bücher dort aber vor Regen nur sehr unzureichend geschützt waren, musste das Regal immer wieder ins Trockene geschafft werden. Ein zusätzlicher Aufwand, den Geßner auf Dauer nicht leisten konnte.

Bürgermeister Achim Grimm gefiel Geßners Idee und bevor die ausgediente gelbe Telefonzelle entfernt wurde, die genau da stand, wo jetzt die Rote ihren Platz eingenommen hat, hatte er versucht die Telekom dazu zu bewegen, sie ohne Telefon stehen zu lassen, die Gemeinde würde sie gerne übernehmen. Aus rechtlichen Gründen sei dies nicht möglich, so die Antwort der Telekom.

Geßner ließ die Idee jedoch nicht los. Als über Ebay eine alte Telefonzelle in Klein-Umstadt angeboten wurde, schlug der Ortsvorsteher zu und ersteigerte das gute Stück für 120 Euro. „Es diente dem Vorbesitzer als Geräteschuppen und war leider in einem jämmerlichen Zustand“, erinnert sich Geßner. Deshalb stand das gute Stück fast ein Jahr im Hof und wurde nach und nach von Geßners Bruder Johannes saniert und in den guten Zustand gebracht, in dem es jetzt ist.

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Das Pflaster musste noch teilweise rausgenommen werden, damit die Zelle gut stand, Joachim Köbel legte hier mit Hand an. Dann kam noch ein Regal hinein und seit dem Neujahrsempfang steht das Ortsbücherregal nun fest am Feuerwehrplatz.

Geßner wirft einen kritischen Blick auf das Regal und zeigt sich dann sichtlich zufrieden. „Es hat sich etwas getan“, freut er sich.

Die Bücher, die er als Erstbestückung auf die Regalbretter gestellt hat, sind nur noch teilweise vorhanden, dafür sind eine ganze Menge anderer Bücher hinzu gekommen.

Gedacht ist die Büchertelefonzelle für jeden, der gerne liest. Die Regeln sind einfach: wer sich Bücher holen will, kann das tun. Genauso können und sollen aber auch wieder andere Bücher die Regalbretter auffüllen. Geßner hat an die Nutzer nur eine Bitte. Sie sollen nur so viele Bücher mitbringen, wie die Regalbretter auch fassen können.

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