Chorkinder begeistern ihr Publikum

Musical mit Tiefgang

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Mit ihrem Familienmusical „Tuishi Pamoja“ begeisterten die Regenbogenkids am Samstag vor großem Publikum.

Groß-Zimmern - Putzige Darsteller, phantastische Kostüme, stimmungsvolles Bühnenbild und eine tolle Geschichte von Freundschaft. Das waren die Zutaten, aus denen die Verantwortlichen der Chorgemeinschaft am Samstag ein gelungenes Musical für die ganze Familie komponierten. Von Ursula Friedrich 

25 Chorkinder agierten als muntere Zebras, zickige Giraffen, lustige Erdmännchen und wilde Löwen auf der Bühne. Die Inszenierung „Tuishi Pamoja“ oder eine Freundschaft in der Savanne war das i-Tüpfelchen des musikalischen Wirkens zum 15. Geburtstag der Kinderchöre. Die Bühnenszene in der alten TV-Halle versetzte optisch ins heiße Afrika. Das schwitzende Publikum konnte die dortigen Temperaturen an diesem Tag bestens nachfühlen.

Trotz infantiler Besetzung hatte das Werk durchaus Tiefgang: Am Beispiel von Zebras und Giraffen wurden Vorurteile und Intoleranz gegen andersartige Zeitgenossen thematisiert. „Sieh dir doch mal die komischen Streifen an!“, wetterte eine Giraffendame. „So will doch keiner rumlaufen!“ Ihren Ressentiments zum Trotz, schloss Sprössling Raffi nach turbulenten Ereignissen Freundschaft mit der kleinen Zebrastute Zea. 25 tierische Darsteller ab fünf Jahren hauchten der Geschichte Leben ein. Miriam Heimburger, die die Gesamtleitung hatte, war voll des Lobes für ihre Darsteller. „Einfach toll, wie die Kinder das gemeistert haben!“ schwärmte sie.

Die Interpreten gehören zur älteren Chorformation, den Regenbogenkids. Für die kleineren Dozzer im Kindergartenalter wäre die Umsetzung des Musicals eine zu hohe Hürde gewesen. Auch die Regenbogenkids, die teilweise als ABC-Schützen erst Leseanfänger sind, mussten bereits viel Text lernen, eine tolle Leistung. Und Lampenfieber schien die Knirpse, die auch als Solisten brillierten, nicht zu peinigen.

Damit alles passte wirbelte Heimburger schattengleich vor der Bühne herum. Mitte Februar hatte sie mit den Proben begonnen, kurz vor der Premiere wurden etliche Zusatzproben eingeschoben.

Rebecca und Vanessa Braun, die einst selbst im Kinderchor sangen und nun Mitglieder der modernen Formation Chorusline sind, unterstützten die Produktion als Helferinnen. Nachdem 2012 das Musical Malvins Stern mit den Chorkindern gezeigt wurde, meisterten die Erwachsenen eine Geburtstagsproduktion, die durch professionelle Technik ins rechte Licht gesetzt wurde.

Die Fabel von der Freundschaft zweier völlig unterschiedlicher Tiere hatte neben dem großen Spaß, den alle bei der Inszenierung hatten, etwas Lehrreiches. Sie spiegelt vielleicht die Realität in Schule und Kindergarten, wo in einer Zeit großer Flüchtlingsbewegungen andersartige Menschen dazugehören möchten. Weil die sehr gut besuchte Premiere so gut gefiel, denkt Miriam Heimburger bereits darüber nach, das Musical eventuell ein weiteres Mal aufzuführen. Das könnte mit etwas Glück vielleicht schon im Herbst der Fall sein.

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