"Kerbvädder der G'maa" organisieren Konzert für Xenia Mieth

Bands sammeln für Delfintherapie

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"Witchcraft" gestaltete mit Klassikrock den Auftakt zum Benefizkonzert.

Groß-Zimmern - Viele hat das Schicksal der achtjährigen Xenia Mieth berührt. Die „Kerbvädder der G’maa“ organisierten nun ein Konzert, um der Kleinen zu helfen. Von Ursula Friedrich 

Drei Bands gastierten auf der Bühne der Athletenhalle, um mit Rock, Pop, Oldies und eigenen Songs Bares für die Therapie bei den Delfinen einzuspielen.  Xenia Mieth wurde mit einem offenen Rücken (Spina bifida) geboren und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Auf ihrem beschwerlichen Weg, die Welt auf zwei Beinen kennenzulernen, haben viele Freunde, Vereine und Initiativen inzwischen Geld gespendet. Die im Wortsinn mitreißendste Unterstützung initiierten die Kerbvädder, ein loses Bündnis ehemaliger Frontmänner des Zimmerner Festes, die häufig dann in Aktion treten, wenn soziale Hilfe oder schlichtendes Eingreifen Not tun. Kurz gesagt: „Da mache mer a wos“, bringt es Frontkerbler Thomas Beutel auf den Punkt. Die guten Insiderkontakte machten dann eine Riesenrockparty am Samstagabend möglich, die trotz des anstehenden Fußball-EM-Spiels Deutschland-Italien sehr guten Zuspruch hatte. Jürgen Schneider, einst Kerbvadder, mobilisierte seine Oldieband Witchcraft, Ex-Vadder Steffen Selmes gastierte mit Klar:text auf den Bühnenbrettern.

Und der ehemalige Kerbpfarrer Marko Blank gab mit Breakfast at Caroline’s musikalisch Vollgas. Privatpersonen stockten den Abend mit Bier-, Würstchen- und weiteren Spenden auf – nichts stand einer ausgelassenen Musikveranstaltung im Weg. Klein-Xenia, noch etwas jung für eine derartige Veranstaltung, wippte im Getümmel mit, ein Paar Ohrstöpsel schützten das junge Gehör vor den Gitarrensoli und Schlagzeugwirbeln. „Um 21 Uhr geht es aber heim“, so Mama Anette Mieth.

Wer das Mädchen kennenlernt, ist gerührt von ihrer Herzlichkeit und guten Laune, mit der es in die Welt blickt. Xenia besucht die zweite Klasse der Schule im Angelgarten und liebt das Singen bei den Regenbogenkids.Trotz ihrer schweren Rückenmarksfehlbildung, besticht sie mit Fröhlichkeit und großem Mut. Mehrere Operationen, zuletzt eine schwere Hüft-OP, hat Xenia inzwischen überstanden. Eine ganzes Jahr lang lag sie anschließend Nacht für Nacht in einer Gipsschale. Ihrem Bruder Nils (11) hat sie es zu verdanken, dass nun noch ein vielversprechender Schritt getan wird.

Die Ultraschallwellen von Delfinen sollen das Nervensystem stimulieren und so eine Funktionsverbesserung auf Nervenbahnen und Gehirn bewirken. „Therapiert wird die ganze Familie“, erzählt Mieth, die mit Ehemann Christian und den Kindern im Oktober zur Delfintherapie nach Curacao fliegt. Rund 11 000 Euro Spendengelder machen die Behandlung dort möglich. „Mama, wann kann ich laufen?“Der ungebrochene Wille ihrer Tochter gibt Anette Mieth die Kraft, die vielen Behandlungen zu durchstehen. Eine dreijährige „Rütteltherapie“ zur weiteren Stimulation der Nerven soll nach der Delfintherapie folgen.

Sound der Delfine - Panama City Beach am Golf von Mexiko

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