Bebauungsplan steht

"Hirschkopfhaus" bleibt Kulturdenkmal 

Einen gewissen Charme hatten die Gebäude gewiss. Aber seit Mitte letzten Jahres sind die Schuppen und die Scheune verschwunden. Lediglich das vordere Haus an der Wilhelm-Leuschner-Straße 15 (hinten) blieb aus Denkmalschutzgründen erhalten. - Archivfoto: Fritsch Einen gewissen Charme hatten die Gebäude gewiss. Aber seit Mitte letzten Jahres sind die Schuppen und die Scheune verschwunden. Lediglich das vordere Haus an der Wilhelm-Leuschner-Straße 15 (hinten) blieb aus Denkmalschutzgründen erhalten. - Archivfoto: Fritsch

Groß-Zimmern - Für das Gelände hinter dem „Haus Hirschkopf“ gab es 2015 den Vorschlag seitens der Nieder-Ramstädter Diakonie, ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderung zu errichten. Die Kommunalpolitiker sollen nun mit dem Bebauungsplan den rechtlichen Weg ebnen. Von Gudrun Fritsch 

Dirk Tritzschak, Regionalleiter der Stiftung Nieder-Ramstädter-Diakonie (NRD), hatte den Mitgliedern im Planungsausschuss im Sommer erste Pläne zur Errichtung eines Wohngebäudes für behinderte Menschen an der Kettelerstraße vorgestellt. Demnach soll hinter dem denkmalgeschützten „Hirschkopfhaus“, das nicht in die Planung integriert ist, auf Höhe des katholischen Pfarrzentrums ein L-Förmiges Wohnhaus für bis zu 18 Bewohner mit der dazu gehörigen Infrastruktur errichtet werden.

Das „Hirschkopfhaus“ an der Wilhelm-Leuschner Straße 15 ist im Bebauungsplan bereits als Kulturdenkmal gekennzeichnet. Das daneben befindliche Torhaus war bisher im amtlichen Liegenschaftskataster nicht dargestellt, wird aber nachrichtlich noch aufgenommen und ebenfalls als Kulturdenkmal gekennzeichnet.

Nachdem die alten Scheunen und Speicher abgerissen wurden, ist es neben der Friedensschule hell geworden. Dieses Licht soll möglichst erhalten bleiben, denn das geplante hintere Gebäude in zweiter Reihe soll nur ein Obergeschoss mit Dachterrasse erhalten. Barrierefrei und rollstuhlgerecht mit Aufzug könnte angrenzend an die Einfamilienhäuser in der Kettelerstraße ein zweigeschossiges Gebäude entstehen. Ein Flachdach sei ebenso möglich wie auch die Fortführung der Gibelständigkeit. Für den L-förmigen Bautypus müssten zunächst zwei Grundstücke vereinigt werden. Da diese nicht im Bereich eines rechtskräftigen Bebauungsplans liegen, muss ein vorhabenbezogener B-Plan aufgestellt werden. Das Besondere an dem Entwurf ist die Schaffung von Parkraum. In einer Tiefgarage sollen nämlich 14 Stellplätze entstehen. Da die NRD für die eigene Nutzung höchstens vier dieser Plätze benötigen würde, wäre auch unter Einbeziehung durch den Bau wegfallender Parkplätze hier ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Die unbebauten Flächen zu den Nachbargrundstücken sowie zwischen Neubau und dem alten Bestandsgebäude sollen gärtnerisch anspruchsvoll gestaltet werden, die Erschließung von Nutzflächen über offene Laubengänge erfolgen. Der Zugang zum Gebäude und die Zufahrt zur Tiefgarage würden an der Kettelerstraße liegen.

Nach Erörterung der zahlreichen Stellungnahmen sprachen sich die Ausschussmitglieder einstimmig für die Aufstellung des Bebauungsplanes und die Satzung aus.

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