Den Dialog nicht fürchten, sondern führen

Günther Wanko (r.) vom Pfarrgemeinderat überreichte Georg Blank zum Dank eine Flasche Wein. - Foto: Glaser

KLein-Zimmern - Christentum und Islam – zwei Weltreligionen, deren Konflikte uns in der aktuellen Nachrichtenlandschaft täglich begegnen. Von Julia Glaser

Die kämpferischen Auseinandersetzungen spielen sich zwar nicht bei uns in Deutschland ab, ihre Auswirkungen spüren wir trotzdem und viele Menschen blicken mit Sorge in die Zukunft. Unverständnis und Misstrauen gegenüber der islamischen Religion erschweren den Dialog. Georg Blank, Pastoralreferent und Berufsschullehrer an der Martin-Behaim-Schule, versuchte in seinem Vortrag zum Thema „Christentum und Islam“, auf Einladung des Pfarrgemeinderats der katholischen Kirche im Rahmen einer Erwachsenenbildungsreihe einige dieser Blockaden abzubauen. „Oft sagt man: ‚Wir glauben doch sowieso an den gleichen Gott‘. Damit hört der Dialog aber bereits auf, bevor er überhaupt angefangen hat“, erklärte der Referent zu Beginn des Vortrags im Haus Barbara in Klein-Zimmern.

In seinen Schulklassen werden die Angehörigen der verschiedenen Religionen gemeinsam unterrichtet – Schwerpunkt ist es dabei, die eigene Religion und die des anderen besser zu verstehen und sich damit auseinanderzusetzen. „Nur wer seinen eigenen Glauben kennt, kann auch darüber reden und mutiger in das Gespräch gehen“, sagte Blank. Er verglich in groben Zügen Judentum, Christentum und Islam, ihre Ursprünge und Entwicklungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. „Es gibt das Klischee, dass wir Christen weniger streng glauben als die Muslime, und wir scheuen deshalb oft den Dialog. Das stimmt aber nicht: Christen und Muslime haben unterschiedliche Glaubensmuster, es glauben nicht die einen mehr oder besser als die anderen“, so Blank.

Auch auf Fragen der Zuhörer wie „Woher kommt der Kampf gegen die Ungläubigen im Islam?“ oder „Wieso haben Muslime ein stärkeres Sendungsbewusstsein als die Christen?“ ging der Pastoralreferent ein und konnte so das eine oder andere Missverständnis aufklären. Wichtiges Fazit dieses Abends war: Nur, wer seine eigene Religion kennt, kann selbstbewusst in den Dialog eintreten und sollte zunächst auch vor der eigenen Haustür an der Lösung des Religionen-Konflikts aktiv mitarbeiten.

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