Sechstklässler der Albert-Schweitzer-Schule lernen Internet und Co besser einzuschätzen

Im Dschungel moderner Medien

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Spielerisch Medienkompetenz erlernen: Auch um Schnelligkeit geht es bei einem Spiel, in dem die Schüler ihr Wissen zu rechtlichen Fragen im Internet unter Beweis stellen können.

Groß-Zimmern - Kinder sollten in der Schule unter anderem auch Grundtechniken einer Gesellschaft lernen. Dazu zählt heute selbstverständlich auch die Medienkompetenz. Von Ulrike Bernauer 

An der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) wurde in dieser Woche für die Schüler der sechsten Klassen ein Medienmarathon geboten. 22.500 Euro erhielt die Kinder- und Jugendförderung des Landkreises für dieses Projekt. „Schülern soll die immer stärker das Leben beeinflussende Medienlandschaft transparent gemacht werden. Dabei sollen sie für die rechtlichen Rahmenbedingungen, Fernsehlügen, Werbestrategien und -muster, aber auch Probleme wie etwa Cybermobbing sensibilisiert werden“, heißt es zum Medienmarathon auf der Seite des Landkreises. Volker Löw ist der Leiter des Projektes. Er hat die Fragen und Antworten zu rechtlichen Aspekten in ein Spiel für die Jugendlichen verpackt. In zwei Gruppen werden sie aufgeteilt und gemeinsam sollen sie in ihrer jeweiligen Gruppe entscheiden welche Antwort richtig ist. Dann kommt es noch ein bisschen auf Schnelligkeit an. Wer zuerst den roten Knopf drückt, erhält bei richtiger Antwort den Punkt.

„Wenn ich ein Foto von jemandem gemacht habe“ steht da beispielsweise an der Tafel, „darf ich A: damit machen was ich will, weil ich der Fotograf bin, B: muss ich die fotografierte Person fragen, bevor ich etwas mit dem Foto mache oder C: darf die fotografierte Person damit machen, was sie will, auch wenn ich dagegen bin“. Hier kommen beide Gruppen für die richtige Antwort (B) einen Punkt. Es geht um Urheberrecht, das ist in diesem Fall auch betroffen ist. Zum einen als Recht des Fotografen am Bild. Aber auch Persönlichkeitsrechte, wie das Recht am eigenen Bild, sind zu beachten. Für dieses gebe es zwar Einschränkungen, aber erst einmal muss die Abgebildete Person ihre Einwilligung geben, bevor ein Foto ins Internet gestellt werden darf, erfahren die Schüler. .

In einer anderen Gruppe sollen die Jugendlichen Geschichten erzählen und darstellen, was sie daran problematisch finden. Dabei geht es um Mobbing in sozialen Netzwerken oder auch den anonymen Chat im Internet, wo sich auf den Seiten bestimmter Chatrooms möglicherweise nicht nur Jugendliche tummeln, sondern auch Erwachsene, die junge Leute kennen lernen wollen und sich selbst als Jugendliche ausgeben.

Dein Freund, das Netz: Medien dominieren die Freizeit

„Man sollte sich nicht mit Wildfremden treffen“, ist die eindeutige Erkenntnis der Schüler. Sollten sie schon im Vorfeld merken, dass es sich nicht um einen Gleichaltrigen handelt, sondern einen erwachsenen Mann, wird ihnen geraten, sich sogar an die Polizei zu wenden. An fünf Stationen warten immer wieder andere Aufgaben auf die Schüler, die dann gemeinsam gelöst werden sollen und über die anschließend gesprochen wird.

Dazu erhalten die Teilnehmer das Versteh-Informations-Mitmach-Heft, in dem sie eigenständig Aufgaben lösen können. Im Heft befinden sich auch Hinweise dazu, wie man beispielsweise mit einer Abmahnung wegen eines Downloads von Musik oder Filmen umgehen, oder wie man das eigene Medienverhalten selbstkritisch einschätzen kann.

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