Ostern in Groß-Zimmern

Eiersuche im Park

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Ein Schritt weiter und schon blickt man auf Ostern zurück.

Groß-Zimmern - Sie wirken recht diszipliniert, die Kinder, die sich hinterm Flatterband vor der Adolph-Kolping-Anlage aufgestellt haben. Um 15 Uhr gibt es dann aber kein Halten mehr: Im Laufschritt stürmen die Kleinen den Park, die Großen folgen in gemächlicherem Tempo. Von Klaus Holdefehr 

Ähnlich ist das Bild am Eingang auf der Seite gegenüber. Es dauert nur wenige Minuten, bis beide „Wellen“ in der Mitte aufeinandertreffen. Da sind schon viele der bunt gefärbten Hühnereier Beute der Sammler geworden. 1 000 Stück sollen es sein. So behaupten es jedenfalls die Organisatoren von der ehemaligen Kinder- und Jugendlobby Jahr für Jahr. Obwohl sich die Gruppe schon lange aufgelöst hat, halten sie weiter an dieser Aktion fest. Allerdings werden dringend Nachfolger gesucht, denn das alljährliche Rumgeeiere am Palmsonntag vor Ostern ist sehr beliebt und irgendwie Ehrensache.

Sonderlich schwer haben es die Verstecker den kleinen Eier-Detektiven nicht gemacht. An Mauern, unter Bäumen und überall da, wo Hasen, Gänse, Lämmer, Kühe und ähnliche Figuren im Gras sitzen, haben menschliche Osterhasen farbige Akzente gesetzt. Das Spiel läuft immer gleich ab: Die Kleinen rennen auf die Landmarken zu, sammeln möglichst viele Eier und bringen sie zu den Großen, die sich mit Tasche und Körbchen gerüstet haben.

Nun steht das gekochte Ei in kalt eigentlich nicht so weit oben in der Hitliste der Kindergerichte wie Fischstäbchen, Kartoffelpüree oder Spaghetti. Das spielt aber hier keine Rolle, weil der Sammler zum Jäger wird, der den Urimpuls des „habe wolle“ auslebt. Das wird auch an den Kleinsten deutlich, die gerade laufen gelernt haben und denen dieser Impuls irgendwie abzugehen scheint. Manche von ihnen stehen ziemlich verloren mitten im hektischen Treiben und wissen gar nicht, wohin sie laufen sollen.

Da bedarf es gelegentlich des hilfreichen Fingerzeigs der Großen. Die Organisatoren kennen inzwischen das Problem. Der katholische Kindergarten, der an die Anlage grenzt, hat ein eingefriedetes Spielgelände, das an diesem Nachmittag zur Schutzzone für kindliche Eiersuchnovizen wird. Als sehr praktisch erweist sich, dass es dort auch Kaffee und vor allem Kuchen gibt, was dem Plauschbedürfnis der elterlichen Naschkatzen entgegen kommt.

Es dauert nur eine Viertelstunde, da ist der erste Eierrausch vorbei, das bunte Leuchten aus dem Gras verschwunden. Aber auch dieses Stadium kennen die Organisatoren und machen sich möglichst unauffällig daran, Beute für die später kommenden Besucher auszulegen. Es gibt allerdings auch Eierjäger, die das erkennen und sich an die Fersen der Verstecker heften.

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