„Wir wollen keine Pflaster“

Einigkeit in der Liebknecht-Straße

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Die Anwohner der Wilhelm-Liebknecht-Straße sind einer Meinung. Sie wollen ihre Straße so, wie sie ist.

Groß-Zimmern - Wieviel müssen Hausbesitzer für neue oder erneuerte Straßen zahlen? Auch wenn die Beitragssatzung dies genauestens regelt, gibt es bei der Berechnung oft Streit. Von Gudrun Fritsch 

Um die Haus- und Grundstückseigentümer, die mit zur Kasse gebeten werden, möglichst rechtzeitig zu informieren und ihnen auch ein Mitspracherecht einzuräumen, hat die Gemeinde am Mittwoch die Anwohner der Wilhelm-Liebknecht-Straße, die am Mai erneuert werden soll, zur Sitzung ins Rathaus geladen. Der bauliche Zustand der Liebknecht-Straße von der Angelgarten- bis zur Brunnerstraße entspricht nicht mehr den Regeln der Technik. „Wir haben das gesamte Netz mit Kameras abgefahren. Der 1953 hergestellte Kanal ist irreparabel und muss erneuert werden“, beschrieb Ali Bakkar vom Ingenieurbüro Reitzel. Zunächst sollen Wasserleitungen, der Sammler und schadhafte Hausanschlüsse erneuert werden. Dabei wird auch die bisherige Fließrichtung des Abwassers geändert. „Wir arbeiten uns nach oben vor, von der Brunner- zur Friedensstraße“, so Bakkar. Ein Hausanschluss kostet rund 1 500 Euro, erfuhren die Anwohner. Auch die Kanalanschlüsse für Regenabflusswasser könnten bei dieser Gelegenheit neu gemacht werden, was in vielen Fällen ratsam wäre.

Zeitnah Schäden melden

Ob die Straße während der Arbeiten insgesamt gesperrt werden müsste, wollte einer der rund 80 Teilnehmer wissen. „Wir werden die Arbeiten so vornehmen lassen, dass Sie möglichst immer Ihre Häuser auch mit dem Auto erreichen können“, sagte Bürgermeister Achim Grimm. Deshalb werde in kleineren Abschnitten von wenigen Metern gearbeitet. Auch die Mülltonnen sollten von den Arbeitern an eine zentrale Stelle zur Abholung gebracht werden. „Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich an uns wenden. Schäden sollten zeitnah gemeldet werden“, betonte Bauamtsleiter Klaus Keller und informierte über das Beweissicherungsverfahren. Beim Straßenendausbau sei das Arbeiten in kurzen Abschnitten allerdings nicht möglich. Besonders groß war das Interesse der Anwohner bezüglich des Belages und der möglichen Aufzeichnung von Parkflächen.

So entsteht ein Schlagloch

Keller erläuterte Für und Wider von farbigen Pflastersteinen im Kreuzungsbereich und Grimm plädierte bei der Parkflächenmarkierung für einen Probedurchlauf mit Kreide. „Wir wollen unsere Straße so, wie sie ist“, betonte ein Anwohner, in klarem Kölsch. „Sie können am Ende der Sitzung darüber abstimmen“, vertröstete Grimm, der aus Erfahrung mit Streitigkeiten rechnete. Doch in der Liebknecht-Straße war man sich einig, als es um den Straßenbelag und die Parkplatzmarkierung ging. Auf die Frage: „Wer ist für die Variante eins mit Pflaster?“ war nur ein grummeliges „Nein“ zu hören und nicht eine einzige Hand ging nach oben. Damit war die Entscheidung für Variante zwei ohne Parkflächen gefallen. „Das hat es noch nie gegeben“, staunte Bürgermeister Grimm. Die Planer hoffen, die Arbeiten bis Anfang Dezember abschließen zu können.

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