Liebe auf den ersten Blick

Eisernes Beisammensein bei Familie Sachs

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Elisabeth und Hans Sachs feiern ihre Eiserne Hochzeit im engsten Familienkreis mit der Familie der Tochter, Enkelin und Urenkelin.

Klein-Zimmern - 65 Jahre sind sie zusammen, und das richtig gut. Ihre Eiserne Hochzeit zelebrieren Elisabeth und Hans Sachs am heutigen Donnerstag.

Dass sie gemeinsam feiern, ist für die beiden beiden 88-Jährigen fast normal, denn ihre Geburtstage liegen lediglich vier Tage auseinander. 1946 lernten sich Elisabeth und Hans Sachs kennen. Man könnte sagen, es war Liebe auf den ersten Blick. Er stammt eigentlich aus Groß-Zimmern, wo er aber nur seine ersten Lebenstage verbrachte. Danach zog die Familie nach Klein-Zimmern. Elisabeth Sachs, geborene Mohr, kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien. 1944 musste sie mit ihrer Familie „mit dem großen Schwabenzug“ von dort fliehen, erst nach Thüringen, bevor sich die Familie dann in Klein-Zimmern niederließ.

„Am Sportplatz habe ich sie das erste Mal gesehen“, erinnert sich der Gatte und er weiß auch noch genau, was seine Lissi anhatte: „einen dunkelblauen Faltenrock“. Zu seinem 18. Geburtstag lud er sie ein und damit war im Prinzip schon alles klar. Drei Jahre waren die beiden verlobt, fünf Jahre nach ihrem Kennenlernen war 1951 die Hochzeit. „Wir hatten kein Geld zum Heiraten“, erklärt Sachs die lange Verlobungszeit. Der spätere Gemahl hatte zwar einiges gespart, aber der Brautvater versuchte sich eine Existenz als Landwirt aufzubauen, da war das Geld für Ferkel sinnvoller angelegt. Als Bauer konnte der Vater gut leben, er legte den Grundstock für den Birkenhof.

Hans Sachs war als Jugendlicher noch eingezogen worden und geriet in Kriegsgefangenschaft, durfte aber bald wieder nach Hause. Der gelernte Feintäschner stellte Geldbeutel und Handtaschen her. Das war aber schon damals ein relativ brotloses Handwerk, „an Ostern und Weihnachten hatten wir viel Arbeit. Es war ein Saisonberuf“, sagt er. Also wechselte Sachs schnell zur Firma Merck, wo er 38 Jahre bis zu seinem Renteneintritt mit 60 Jahren, verschiedene Tätigkeiten ausführte.

Auch seine Gattin Elisabeth arbeitete zeitweise bei Merck als Laborhilfe. Sie blieb aber auch einige Jahre zu Hause, um sich um Tochter Eleonore zu kümmern. Heute hat das Ehepaar Sachs eine Enkelin und eine Urenkelin. Für Hobbys blieb nicht viel Zeit, denn die beiden bauten im Laufe der Jahre zwei Häuser. In einem leben sie heute noch selbst, den Bungalow hat die Tochter bezogen.

Dennoch betrieb der Gatte mit großer Leidenschaft ein Hobby: er war Mitgründer der Katholischen Kirchenmusik Klein-Zimmern (KKM). 30 Jahre lang war er Vorsitzender des Vereins und ist inzwischen Ehrenvorsitzender. „Ich habe 40 Jahre lang das Tenorhorn geblasen.“ Aus gesundheitlichen Gründen und auch, weil sich der Musikgeschmack bei den Mitbläsern änderte, trat Sachs auch beim KKM in den Ruhestand. Er betätigte sich aber auch noch in anderer Hinsicht zugunsten der Kirchenmusik. „Ich war zwölf Jahre im Diözesanvorstand und war dort zuständig für die hessischen Kirchenmusikvereine.“

Elisabeth hat gerne genäht, anfänglich auch viel Kleidung für die Familie. „Aber ich war auch gerne Hausfrau und Mutter. Ich habe im Garten Gemüse gepflanzt.“ Schon mit zwölf Jahren war sie im Haushalt eingespannt. Getanzt haben beide gerne und zeigen gerne alte Fotos vom Volkstanz. Zeitweise war die Jubilarin auch im Gesangverein aktiv. In den Urlaub sind sie auch gerne gefahren. 20 Jahre besuchten sie immer wieder die gleiche Familienpension in Italien. Fünf Jahre flogen sie dann nach Mallorca.

Heute sind die beiden damit ausgelastet, ihren Haushalt zu erledigen. Einmal in der Woche kommt eine Hilfe, weil beide nicht mehr so beweglich sind. Aber sie genießen ihren Lebensabend sehr. „Wir sind jetzt 65 Jahre verheiratet, ich habe immer noch dieselbe Frau und wir sind uns einig.“ Streit gab es zwar auch ab und zu mal, „aber dass wir tagelang nicht miteinander geredet haben, das gab es nie.“ Das Ehepaar feiert im Familienkreis und besucht am Samstag in der Kirche den Dankgottesdienst. (bea)

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