Europäische Kooperation kommt voran

Fünf Freunde – ein Netzwerk

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Gäste aus fünf Nationen applaudierten beim Freundschaftstreffen im Glöckelchen zu den Reden für ein vereintes Europa.

Groß-Zimmern - „In allen Ländern gibt es politische Kräfte, die gegen Europa arbeiten und dafür Zuspruch erhalten“, sagte Bürgermeister Achim Grimm in einer Analyse der Entwicklungen. Von Ursula Friedrich

Im Kleinen, auf Zimmerner Bühnenbrettern, marschieren fünf Nationen in die entgegengesetzte Richtung: Ziel ist es, ein europäisches Agrarnetzwerk zu knüpfen und in das mit 150.000 Euro ausgestattete EU-Förderprojekt aufgenommen zu werden. Auf der Schwelle dieses Vorhabens zwischen Groß-Zimmern, Rignano sull’ Arno, Kriva Palanka (Mazedonien), Vurpur-Burgberg (Rumänien) und St. Fargeau Ponthierry (Frankreich) stand ein Kennenlernabend. Es herrscht ein Klima der Freundschaft, Beziehungen sollen intensiviert werden und die Zusammenarbeit wachsen. Am Freitag waren die Vertreter aus zwei Partnerstädten und zwei befreundeten Kommunen angereist. Rund um zwei vielversprechende Suppenkübel mit Gulasch- und Kartoffeleintopf entwickelte sich eine muntere Begrüßungsfeier. Überall waren Ehrenamtliche sowie Vereinsvertreter aus der Gersprenzgemeinde zur Stelle, um zu übersetzen und neue Kontakte herzustellen.

„Seit über zehn Jahren ist erstmals wieder eine französische Delegation aus unserer Partnerschaft angereist“, sagte Ehrenbürgermeister Dieter Emig, Betreuer der neuen Franzosen. Ponthierry, als einzige Kommune im Vorjahr nicht dabei, signalisierte bereits, als fünfte Kraft das anvisierte Europanetzwerk „Ressource Lebensmittel Bi(o)lateral sinnvoller nutzen“ mit zu knüpfen. Mit an Bord die italienischen Freunde aus Rignano sull’ Arno, die zwar ohne offizielle Vertreter, dafür aber mit einem mehrseitigen Konzept von Projektideen anreisten. Die 10 000-Einwohner große Gemeinde bei Florenz ist unter anderem bekannt als Anbaugebiet des vollmundigen Chiantis. Bürgermeister Michael Lienerth aus dem rumänischen Vurpar/Burgberg gab Einblicke in die Wirtschaft seiner Heimat, wo die (Bio-) Milchproduktion eine große Rolle spielt. „Der Preis für Kuhmilch ist schlecht“, sprach er vermutlich auch hiesigen Produzenten aus der Seele. Umso besser ist die Vermarktung von Schafsmilch (für Käse) und die des Bio-Obstes. Die Beziehungen zu Groß-Zimmern werden derzeit intensiviert und eine hiesige Delegation will Anfang November nach Vurpar reisen. „Wir haben fast ausschließlich Bioprodukte“, ließ die mazedonische Delegation verkünden.

Das 25.000 Einwohner große Bergdorf Krivo Palanka ist geprägt von seiner Landwirtschaft aber auch dem Abbau von Zink, Erz und Blei in den Minen. Als schönen Nebeneffekt der innereuropäischen Beziehungen bezeichneten die Italiener die gegenseitigen Besuche. Sie gastieren inzwischen zweimal jährlich in Zimmern, zumeist mit leckeren Produkten aus der Heimat im Gepäck. Strategisch war die muntere Truppe bereits zum Suppenkessel aufgerückt, nach den Eingangsreden musste nun eine Stärkung her. Bürgermeister Grimm resümierte optimistisch: „Hier sind Menschen aus fünf Ländern zusammengekommen, die etwas bewegen wollen. Zusammen setzen wir ein kleines Zeichen der Hoffnung“ - für Europa.

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