Fasten ohne die festen Zeiten

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Angelika Unterlauf

Groß-Zimmern - Die närrische Zeit ist nun vorbei und traditionell hat mit dem Aschermittwoch wieder die Fastenzeit begonnen. Sie erinnert besonders Christen an das 40-tägige Fasten Jesu zur Vorbereitung seines öffentlichen Wirkens. „Was halten Sie von der Fastenzeit und treten Sie in den nächsten Wochen etwas kürzer?“, fragte LA-Mitarbeiterin Ulrike Bernauer bei Passanten im Groß-Zimmerner Ortskern nach.

„Die Fastenzeit hat für mich keine Bedeutung, aber ich habe mir vorgenommen, mein Gewicht zu reduzieren“, sagt Bruno Engels. Nur deshalb tritt der 64-Jährige aus Dieburg im Moment etwas kürzer mit dem Essen. Den Zeitpunkt für seine persönliche Fastenkur hat er eher willkürlich gewählt.

Ähnlich wie Engels geht es anscheinend den meisten Befragten. die Fastenzeit ist für sie keine Zeit des Innehaltens oder Grund für veränderte Lebensführung.

Fast eine Ausnahme bildet Angelika Unterlauf (56). Die Verkäuferin aus Gundernhausen will in den nächsten Wochen gar keinen Alkohol trinken, „stattdessen lieber Tee. Fleisch esse ich sowieso wenig, aber ein bisschen mehr Salat wird es die nächste Zeit schon geben“, sagt die zierliche Frau. Richtig fasten kommt für sie nicht in Frage: „Ich will mein Gewicht einfach nur halten“.

Karin Feuerbach (51) hat nicht vor, in den kommenden Wochen ihre Lebensführung zu ändern. „Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, muss ich etwas Ordentliches zu mir nehmen“, sagt die Kaufmännische Angestellte aus Groß-Zimmern.

Auch für Peter Schneider (69) aus Roßdorf hat das Fasten keine Bedeutung mehr. Der Rentner sagt: „Ich muss wegen meiner Gesundheit auf eine regelmäßige und ausgewogene Ernährung achten. Alkohol trinke ich sowieso nicht und Süßigkeiten stehen normalerweise auch nicht auf meinem Speiseplan“.

Ingrid und Dieter Schäfer sagen lachend: „Wir haben zwar gerade mit dem Fasten angefangen, aber das hat eigentlich nichts mit der Jahreszeit oder dem Kalender zu tun“. Das Ehepaar aus Klein-Zimmern ist nicht katholisch und sieht auch keine Veranlassung sich an die Fastenzeit zu halten.

Christine Herbert (55) hält die Fastenzeit ebenfalls nicht mehr ein. „Ich bin katholisch erzogen“, berichtet die Groß-Zimmernerin, „und kann mich noch daran erinnern, wie das früher war. An Aschermittwoch sind wir als Kinder eine Stunde später in die Schule gegangen. Vorher waren wir in der Kirche, wo wir im Gottesdienst dann ein Asche-Kreuz auf die Stirn gemalt bekamen.“ Inzwischen ist Herbert in die evangelische Kirche übergetreten und hält sich schon seit längerem nicht mehr an die katholischen Regeln und Riten.

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