Einnahmen sollen Notleidenden Menschen helfen

Fastenessen mit indischen Speisen

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Voll ist es beim Fastenessen im katholischen Pfarrzentrum. Rund 150 Gäste freuen sich auf eine indische Reistafe.

Groß-Zimmern - Das Fastenessen am Sonntag bot für die Zimmerner eher ungewöhnliche Speisen. Die katholischen Schwestern hatten Rezepte aus ihrer Heimat mitgebracht und so gab es im Pfarrzentrum eine indische Reistafel. Von Ulrike Bernauer 

Die Schwestern standen selber hinter den großen Töpfen und erklärten, was sie den Besuchern servierten. Zum Gemüsereis gab es drei verschiedene Soßen, eine mit Yoghurt, eine aus Tomaten und eine, die eher an Mixed Pickles erinnerte, aber Feuer in sich trug. So mancher Esser im Saal bekam ein rotes Gesicht und schnappte erst mal nach Luft, nachdem er unbedacht eine Gabel von dem Gemüse genommen hatte. Mit Wasser löschen half wenig. Das hauchdünne Brot hingegen, das es als Beilage gab, eignete sich eher, den Brand zu löschen. Auch der Nachtisch „Shrikhand“, eine süße Creme, entspannte den Gaumen dann etwas. „In Indien wird aber noch viel schärfer gekocht“, berichtete Helmut Kriha aus Erfahrung. Vor vielen Jahren verbrachte er dort ein paar Wochen und ernährte sich hauptsächlich von Eiern und Erdnüssen, weil ihm die indischen Speisen durchweg zu scharf waren. Georg Blank hatte auch in diesem Jahr das Fastenessen organisiert, dessen Einnahmen zur Hälfte an Misereor und geht. Die andere Hälfte erhält eine Schule in Indien, für die die Gemeinde sich ein wenig verantwortlich fühlt.

150 Portionen der Fastenspeise wurden am Sonntag früh frisch gekocht und im Saal des Pfarrzentrums verspeist. „Es ist ein Dilemma, in dem die Christen aber oft stehen“, sagte Blank. „Wir essen uns heute satt, um die Hungernden auf der Welt zu unterstützen.“ Wenn man die Welt betrachte, dann sehe man viel Verzweiflung, Angst und Trauer, im Gegensatz dazu stehe die Sonne für Licht und Hoffnung. „Wir können als Christen diese Spannung, in der wir uns befinden, nicht auflösen, sonst wären wir eine Sekte“, sagte Blank im Gespräch.

Vorher hatte Blank im Gottesdienst in der Kirche das Hungertuch interpretiert, das die Gemeinde nun schon seit vier Jahren begleitet. Es zeigt Schlüsselszenen aus der Bibel, ein etwas anderes Abendmahl, das Jesus mit den Armen der Welt verbringt.

Dargestellt ist etwa die Szene mit der wundersamen Brotvermehrung, bei der ein armes Kind seinen letzten Fisch spendet, und Kinder, die sich das Leben schmecken lassen, mit vollen Schüsseln und Gläsern in den Händen. Gestaltet hat das Hungertuch die Künstlerin Ejti Stih aus Bolivien.

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