Reden ist weiblich: Frauenpower in der Klein-Zimmerner Bütt

Von der Zahnärztin bis zur Sexbombe

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Klein-Zimmern - Eine super Stimmung herrschte am Samstagabend im Klein- Zimmerner Feuerwehrhaus. Um 20. 11 Uhr hatte die Vorsitzende des Gesangvereins Gisela Millmann die Fastnachtssitzung eingeläutet. Zusammen mit Adolf Ratschler begrüßte sie die Narren. Von Ulrike Bernauer 

„Was freu ich mich, Euch hier zu seh’n, ich denk, dies Jahr wird’s wieder schön, denn viele, die ich letzt Jahr sah, die sind auch heute wieder da.“. Musikalisch, wie es sich für einen Gesangverein gehört, ging es weiter. Die Damen und Herren besangen süße Träume und auch den Genuss von Alkohol. Auch später ließen sich die Sängerkehlen noch einmal vernehmen. Von den Freuden des Speisens handelte ihr zweites Stück und da der Refrain sehr eingängig war, sang das Publikum gleich mit.

Die Narren kamen beim Schunkeln auch selbst in viel Bewegung.

Als Krankenschwester erfreute Maike Schäfer die Gäste der Sitzung. Sie stellte zu Beginn eine Tatsache klar: Während am Freitag in Mainz nur Redner das Publikum erheiterten, war es in Klein-Zimmern genau umgekehrt, hier feuerten nur Damen ihre Späße in den Raum. Ob man wohl nicht im nächsten Jahr mal ein bisschen mischen könnte, regte Schäfer an. Anschließend machte sie den Anwesenden wohl eher Angst vor dem Besuch eines Krankenhauses. Von einer Blutabnahme konnte sie berichten. Dem Arzt teile sie fröhlich mit, dass sie dem Patienten sechs Liter entnommen hätte, warum der Arzt dann ein wenig hektisch wurde, konnte sie gar nicht verstehen. Vera Ansorge stieg als zweite in die Bütt. In ihrer Rede entpuppte sie sich als Sexbombe, die erst so gar nicht wollte, als ihr Gatte sie zu einem Fest der Sinne aufforderte. Neckisch und in Reizmontur, „uff und unnerm Tisch“, so wollte sie das Fest gestalten, als sie sich dann für die Idee erwärmen konnte. So richtig heiß war Adelheid, als sie dann das Wohnzimmer betrat, nur leider lag Kurt schnarchend und besoffen auf dem Sofa.

Fast-Weinkönigin Luise Dörr

Eine fast echte Weinkönigin war dann mit Luise Dörr zu Gast in Klein-Zimmern. Sie schilderte anschaulich, wie die Bewerbungsriten so vonstattengehen. Von der „Schuri“ war sie nicht begeistert. Logisch, teilte ihr doch einer aus der Jury mit: „Vorne nichts und hinten zu wenig, wir suchen eine Königin und keinen König.“ Diesen Herrn überzeugte sie dann jedoch mit ihrer Trinkfestigkeit. Allerdings leerte sie die sechste Flasche Wein dann nicht sehr damenhaft, weshalb man ihr riet, es besser mal in der Bütt zu probieren. So kamen die Klein-Zimmerner letztendlich in den Genuss ihrer Rede.

Der Gesangverein erfreute die Narren mit Stimmungsliedern.

Elisabeth Schaffer wollte noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Der Spiegel gibt ihr allerdings nicht die Auskunft, die sie hören will. „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schennst im ganze Land? Do kreischt des Dreckding in moi Ohr, isch seh halt nix, du stehst devor.“ Von dritten Zähnen erzählte sie, aber auch davon, im Supermarkt die Preise nicht mehr lesen zu können. Letztendlich zog sie aber den Schluss: „Unn bist du auch nicht mehr ganz jung, die Alten hamm am meisten Schwung.“ Gabi Geier erfreute das Narrenvolk als Oma Ottilie mit ihren Späßen. Gisela Millmann erschreckte zumindest die Kassenpatienten im Publikum. Als Zahnärztin gab es für die nämlich die Hammermethode. „Muss ich zieh’n, das kann passieren, nehm ich zum Narkotisieren, einen Hammer – das genügt: Bums schon ist der Schmerz besiegt. Den aus Gummi tu verwenden, ich bei den Privatpatienten.“

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Viel Applaus gab es für die Büttenrednerinnen und auch zwischendurch hatten die Narren viel Spaß. Zur Stimmungsmusik wurde geschunkelt, auf und nieder ging es immer wieder.

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