Lotto, Ministerium und Messeler Hügelland fördern Ferienspiele

Baum gefällt und Blunapflanzen gefunden

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Zusammen mit den Betreuerinnen gibt es im Wald viel zu entdecken.

Groß-Zimmern - Es ist spannend im Wald und es gibt überall etwas zu entdecken. Sei es ein Ameisenhaufen, der so klein ist, dass eines der Kinder aus Versehen fast darauf tritt oder aber die exotischen Blunapflanzen. Von Ulrike Bernauer

Die hat Betreuerin und Naturpädagogin Claudia Wiedling allerdings selber so getauft. Die Kinder, die in dieser Woche die Waldferienspiele besuchten, nahmen auch Müll mit, den achtlose Zeitgenossen im Wald weggeworfen hatten, mit, um ihn fachgerecht zu entsorgen.

Zehn Kinder hatten viel Spaß während dieser Woche im Wald. Am Mittwoch haben sie ihr selbstgebautes Lager verlassen und einen Ausflug gemacht. Revierförster Martin Starke war auch mit dabei. Mit einem Traktor und einem Anhänger war die Gruppe unterwegs. Die Kinder sind zu einer Aufforstung gefahren. „Da sind Eichen und Kirschen gepflanzt worden“, beschrieb Jana und Starke ergänzte „außerdem noch Hainbuchen“. Einige der jungen Bäumchen waren durch die langanhaltende Trockenheit der letzten Wochen kaputt gegangen. „Zehn Kirschen und 15 Eichen mussten nachgepflanzt werden“, erzählt Marie. Ein junger Baum wurde durch einen Rehbock zerstört. „Der hat gefegt“, berichtete der Förster und Marie konnte das sogar erklären: „Der hat die Haut über seinem neuen Geweih an dem Baum abgeschubbert“, beschrieb sie den Vorgang.

Bei der Hirschkäferwiege zeigte Förster Starke den Kleinen das Indisches Springkraut. „Das ist eine Pflanze, die aus Indien kommt und die hier im Zimmerner Wald eigentlich nichts verloren hat“, so Starke. Er forderte die Kinder auf, Pflanzen dieser Art auszureißen. Das haben schon die Ferienspielkinder im vergangenen Jahr eifrig getan. Das Ergebnis: die Pflanze, die einheimische Arten verdrängt, ist im Zimmerner Wald schon viel seltener geworden, weil sie sich nicht über Samen verbreiten konnte. Ameisenhügel haben die Kinder an diesem Tag noch gesucht. Gerne waren sie in ihrem Lager, das sie im Wald aufgeschlagen hatten. Dort hatten sie es sich gemütlich gemacht, einen kleinen Unterschlupf gegen Regen gebaut und mit Erlaubnis des Försters eine kleine Buche gefällt. Die diente allerdings nicht dem Lagerbau, sondern wurde in ein Spiel, das Waldkegelspiel oder auch Winkingerschach genannt, verwandelt. Im Lager konnten sich die Kinder auch sehr gut beschäftigen.

Mit Hilfe von Wiedling und dem weiteren Team, Betreuerin Gina Coppola und den beiden Absolventinnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres, Kira und Christina, wurde gespielt und gebastelt. „Wir haben einen Traumfänger gemacht“, sagte Naomi stolz und jedes Kind hat ein Waldtagebuch angefertigt. Darin sind Steckbriefe von Bäumen, Buche und Eiche, aber auch von Tieren. Lasse hat einen Schmetterling beschrieben und Jana eine Erdkröte. Erdkröten, ganz kleine, haben die Kinder bei ihrem Ausflug an einen Teich im Wald entdeckt. Eine Fingerfühlseite ist auch noch in jedem Buch, hier kann man Moos, Sand, Blätter oder Farn ertasten.

Das Mittagessen, haben die Betreuer entweder vorgekocht oder mit den Kindern im Wald über einem Gaskocher ganz frisch zubereitet. Nudeln mit Pesto gab es einmal und zum Nachtisch selbstgemachten Obstsalat. Am Mittwoch freuten sich die Kinder auf Waldburger, die Förster Starke aus der Waldschule holte. Am Donnerstag gab es dann eine Waldsuppe. „Jedes Kind durfte eine Kartoffel schälen“, erzählte Betreuerin Wiedling. Einige Kräuter aus dem Wald kamen natürlich auch noch in den Topf. Den Kindern schmeckte nicht nur das Essen. Sie waren auch wissbegierig bei der Sache. Der Aufenthalt im Wald machte ihnen Spaß. Marie war schon im letzten Jahr dabei, „da war es auch toll, genauso wie jetzt.“ Möglich wurden die Waldferienspiele auch in diesem Jahr, weil sie vom Hessischen Forstministerium über Lotto-Tronk-Mittel im Rahmen des Naturschutzprojektes Messeler Hügelland finanziell gefördert wurden.

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