Fußball bei Ferienspielen

Gleichheit und Anderssein

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Ferienspaß für Zimmerns Kinder: in der Turnhalle tobt die kleine Meute des Ferienspiele kräftig ab - nur fürs Gruppenbild wurde eine Pause eingelegt.

Groß-Zimmern - Das Jugendzentrum wird in diesen Tagen zum Schmelztiegel der Nationen. „Zimmern ist bunt“, getreu dem Motto der Osterferienspiele halten Kinder aus der Türkei, Pakistan, Italien, Syrien, Eritrea, Russland und Deutschland die Teamer auf Trab. Von Ursula Friedrich 

Trotz der unterschiedlichen Herkunft haben alle Kinder zwei Gemeinsamkeiten: Sie leben in Groß-Zimmern und haben eine Woche lang jede Menge Spaß.

„Turnen und malen ist am schönsten!“, erklärt Dilara, deren Vater aus der Türkei stammt. Amanas Vater ist Amerikaner und Sarah stammt aus Eritrea. Das Flüchtlingsmädchen lebt seit einem halben Jahr in der Gersprenzgemeinde und spricht bereits ein recht passables Deutsch. „Naja, geht so“, antwortet sie bescheiden, wenn man sie auf ihre frisch erworbenen Sprachkenntnisse anspricht. Doch sie kann sich sehr gut verständigen. Überhaupt, nach einem Kennenlerntag sind bei den „bunten“ Ferienspielen Sprachbarrieren abgebaut. „Wir bieten zum einen das übliche Programm: malen, basteln, spielen“, so Jugendpfleger Tom Hicking. Und natürlich werden die jeweiligen Kulturen und Muttersprachen spielerisch eingearbeitet. Ob man in Eritrea Ostereier bemalt? Die Kinder aus diesem Land sind katholisch, während in Pakistan hauptsächlich Muslime leben.

Im Jugendzentrum rühren alle mit Pinseln begeistert im Farbtopf – egal, welchen individuellen Hintergrund sie haben. Hickings Engagement gipfelt diesmal in einem Theaterprojekt. Das Kinderbuch „Die Hugis“ wird szenisch auf der Juz-Bühne umgesetzt – in dem Literaturwerk werden Gleichheit und Anderssein thematisiert. Kurzum, die Intention des Ferienspielprogramms, das in dieser Form erstmals umgesetzt wird. Gerne hätte man im Jugendzentrum eine größere Kinderschar begrüßt. Nur 14 Anmeldungen sind eine recht schwache Resonanz. In der zweiten Ferienwoche werden keine Spiele angeboten, „das ist durchaus beabsichtigt, denn Eltern sollen in den Ferien natürlich auch etwas mit ihren Kindern unternehmen“, so Hicking.

Für die kleine Sarah ist das viertägige Kinderprogramm im Juz und der Sporthalle der Schweitzer-Schule ein Novum. „Klasse“, sagt sie mit leuchtenden Augen. Wo es sprachlich noch etwas holpert, haben die Kinder eine populäre Kommunikationsebene für sich entdeckt. Fußball ist Synonym für Völkerverständigung. Und während die Horde dem Leder nachflitzt, müssen die deutschen Jungen eingestehen: In Eritrea sind die Mädchen ausdauernde Kicker mit beachtlichen technischen Finessen.

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