Fleißige Bienchen summen wieder

+
Imker sein ist ein aufwendiges Hobby, dafür aber wird es nie langweilig. Hobby-Imker Manfred Maiwald begutachtet das Innere der Beute. Die Bienentraube beginnt sich zu lösen, die Tiere werden mit den ersten Sonnenstrahlen aktiver.

Gross-Zimmern/Roßdorf - Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt der langsame Abschied von der dunklen Winterzeit und die Natur erwacht zu neuem Leben. Eine Tierart, die jetzt wieder besonders fleißig wird, ist die Honigbiene. Von Julia Glaser 

Die Sonne macht sie bewegungsfreudig, sie verlässt ihre Behausung und sammelt Pollen für die Brut, die Königin beginnt langsam damit Eier zu legen. Eine Gruppe, die sich hierüber besonders freut, ist der Bienenzuchtverein Roßdorf und Umgebung.

Den Winter über wärmen sich die Tiere gegenseitig in der Beute, wie Experten den Bienenkorb nennen. „Sie ziehen sich zu einer Kugel zusammen und ernähren sich von den Vorräten, die sie im Herbst gesammelt haben“, erklärt der Vereinsvorsitzende Manfred Maiwald, Hobby-Imker aus Groß-Zimmern.

Weil die Imker den Bienen ihren Honig sozusagen „klauen“, erhalten sie von ihnen im Herbst Zuckerwasser, das alle nötigen Stoffe enthält und für die Bienen sehr gut verdaulich ist.

Käme nach dem Beginn der aktiven Phase noch einmal ein längerer Kälteeinbruch, könnte das den Tod für das Bienenvolk bedeuten, weil die Brut dann nicht mehr ausreichend gewärmt werden kann. Mit einer Zufütterung von Zuckerwasser würde das Volk überleben, allerdings muss der Imker hierfür schon einiges an Erfahrung gesammelt haben.

Insgesamt ist die Imkerei ein Hobby, das viel Zeit und Einsatz über das ganze Jahr verlangt. Wer aber einmal begonnen hat sich damit zu beschäftigen, wird schnell vom „Fieber“ gepackt. Denn das Leben der Biene mit seinem alljährlichen Zyklus ist hochinteressant und bietet eine Herausforderung für jeden Imker.

Der Bienenzuchtverein in Roßdorf hat 170 Mitglieder, Tendenz steigend. „Wir unterstützen Jungimker beim Einstieg. Sie bekommen ein Volk geschenkt, manchmal gibt es auch einen Imkerpaten. Außerdem gibt es einmal im Monat eine Imkerrunde, in der wir besprechen, welche Arbeiten aktuell anstehen“, so der Vorsitzende.

Die Freude an ihrem Hobby geben die Imker gerne weiter. Regelmäßig besuchen Kindergärten und Schulklassen den Lehrbienenstand in Roßdorf und können die fleißigen Tierchen aus der Nähe beobachten. In einem verglasten Schauraum sind dort mehrere Beuten untergebracht, die der Imker öffnet.

„Da kleben die Kinder immer mit den Gesichtern an der Scheibe“, freut sich Maiwald über das Interesse der Besucher.

Einen herben Verlust mussten die Mitglieder Mitte Februar hinnehmen: Bei einem Einbruch in das Vereinsgelände wurden sieben Behausungen (Beuten) gestohlen, ein Schaden von mehr als 2 000 Euro. Der finanzielle Verlust ist aber eher zweitrangig. „Als Imker ist man natürlich frustriert wegen der vielen Arbeit, die man das ganze Jahr über in das Volk gesteckt hat“, sagt Maiwald.

Bereits vor zwei Jahren war es zu mehreren Einbrüchen auf dem Gelände gekommen. Vermiesen lassen sich die Imker ihr Hobby davon aber nicht: Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Für die Honigbiene sind sie sogar überlebenswichtig.

Ohne die menschliche Unterstützung, wäre sie nämlich bald ausgestorben. Konnten sich die Völker früher in kleinen Höhlen oder in abgestorbenen Bäumen niederlassen, gibt es diese natürlichen Behausungen heute kaum noch.

Zudem setzt die Varroa-Milbe, ein Parasit, den Bienen stark zu. Sie ist die Hauptursache für das seuchenartige Bienensterben, das in den letzten Jahren im Herbst und Winter auftritt. Wird der Befall rechtzeitig erkannt, kann man zum Beispiel mit Ameisensäure dagegen vorgehen und das Volk retten. Je mehr Imker, desto besser ist es für die Bienen. Aber nicht nur die Tiere, auch die Menschen profitieren davon. Denn nur dadurch ist gewährleistet, dass das fleißige kleine Insekt weiterhin Pflanzen bestäuben und so für erfolgreiche Ernten und den Fortbestand vieler Kultur- und Blühpflanzen sorgen kann. Wer sich für die Imkerei interessiert und gerne mehr darüber erfahren möchte, kann sich über die Internetseite www.bzv-rossdorf.dedirekt mit dem Bienenzuchtverein in Verbindung setzen.

Kommentare