Ferienspiele „buntes Zimmern“

Flüchtlingskinder früh integrieren

+
Isra (links) und Sarah sind Geschwister, sie können schon unbeschwert in die Kamera lachen. Der kleine Farad nimmt gerne seine Finger zur Hilfe, um die Mundwinkel nach oben zu ziehen.

Groß-Zimmern - Damit sich Flüchtlinge hier heimisch fühlen und sich auch möglichst schnell integrieren können, ist es wichtig, dass sie die Deutsche Sprache zügig lernen. Von Ulrike Bernauer 

Bei Kindern, von den derzeit hier lebenden 29Asylbewerbern aus Eritrea, Syrien, Serbien und Mazedonien sind neben 16 Erwachsenen auch 13 Minderjährige, gelingt das meistens schneller. Ein guter Schritt zur Integration ist in dieser Woche auch die Teilnahme von fünf Flüchtlingskindern an den Winterferienspielen. Drei Schwestern kommen aus Eritrea. Isra ist neun, Sarah acht und die älteste von ihnen, Mewra, ist 13 Jahre alt. Die beiden Jüngeren besuchen die Geißbergschule in Klein-Zimmern, Mewra hingegen die Intensivklasse an der Goetheschule in Dieburg. Isra gefällt es gut in Deutschland. Was ihr hier gefällt kann sie gar nicht genau sagen, sie meint: „alles“.

In Eritrea war es für sie nicht gut, aber darüber kann und will sie nicht sprechen. Seit knapp einem Jahr wohnt die Familie in Klein-Zimmern. Jugendpfleger Tom Hicking schätzt, dass ihr Asylverfahren bald abgeschlossen sein wird. Neben den drei Schwestern nehmen auch Nilofar und der sechsjährige Farad aus Syrien an den Ferienspielen teil. Er kann noch nicht so gut Deutsch, aber bei den Spielen macht er eifrig mit. „Die Kinder kommen hier sehr gut klar“, sagt Hicking. „Es gibt eigentlich keinen Unterschied zu den anderen Kindern.“ Dass die drei Schwestern schon sehr gut Deutsch können, ist auch einigen Klein-Zimmernern zu verdanken. Eltern von Schulkameradinnen der Mädchen helfen den Kindern aus der Fremde bei den Hausaufgaben.

Für Ostern hat Hicking ganz besondere Ferienspiele geplant. Dürfen die fünf Kinder mit fremdländischen Wurzeln die Ferienspiele kostenlos besuchen, das schmale Salär der Eltern würde wohl kaum reichen, so will Hicking im Frühjahr die Flüchtlingsfamilien ganz besonders ansprechen. An der Integrationswoche „Buntes Zimmern“ sollen noch mehr Kinder aus der Fremde teilnehmen. „Da werde ich alle Eltern persönlich anschreiben“, hat sich Hicking vorgenommen. Damit die ersten Schritte auf deutschem Boden gut verlaufen, wird also in Groß-Zimmern einiges getan. Doch wie es dann weiter gehen wird, das ist nicht so ganz klar. Farads Familie hat inzwischen die Anerkennung ihres Asylantrags erhalten. Jetzt sind sie auf der Suche nach einer Wohnung, denn aus der Flüchtlingsunterkunft müssen sie in absehbarer Zeit ausziehen. „Nur ist es nicht leicht eine bezahlbare Wohnung in Groß-Zimmern zu finden“, sagt Hicking.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion