Mitglieder des Odenwaldklubs wandern hoch über dem Niedrigwasser des Rheins

Folgen der Trockenheit bei Regen

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Die Genusswanderer beim Frühstück hoch über dem Rhein, kurz bevor es zu regnen anfing.

Groß-Zimmern - Mit dem Odenwaldklub machten sich 45 Wanderer am Sonntag auf, um die sechste Rheinsteig-Etappe von Lorch nach Kaub zu absolvieren. Der Rheinsteig gilt nicht nur als beliebtester Fernwanderweg Deutschlands.

Die Etappe im UNESCO Welterbe „Mittelrhein“, das sich durch die höchste Burgendichte der Welt auszeichnet, zählt auch als eine seiner schönsten. In dem erst zehnjährigen Bestehen des Rheinsteigs sollen mehr als 2,5 Millionen Wanderer hier vorbei gekommen sein. Die Wanderung in zwei Leistungsgruppen begann in Lorch mit einem langen Anstieg. Während die Routiniers den direkten Weg über einen mit Drahtseilen gesicherten Felssteig wählten, stiegen die Genusswanderer über die Serpentinen des Fahrwegs auf und trafen fast gleichzeitig oben ein. Von der Höhe aus erkannte man die Auswirkungen des trockenen Sommers. So klein war der Rhein schon lange nicht mehr. Die „Hungerfelsen des Binger Lochs“ und die Buhnen des Wasserbaus traten offen zu Tage. Ein Wunder, dass die Fahrrinne immer noch ausreichte, um die Frachtschiffe wenigstens mit Teillast fahren zu lassen. „Schwer vorstellbar, dass es hier auch Hochwasser gibt“, beschrieb ein Anwohner die Situation achselzuckend.

Als hätte der mit Wolken verhangene Himmel Mitleid mit dem schmal gewordenen Rhein bekommen, öffnete er seine Schleusen kurz nachdem die Wanderer oben angekommen waren. Gerüstet mit Regenschirm und Anorak ließen sie sich jedoch nicht beeindrucken und setzten ihren Weg über die hessisch-rheinland-pfälzische Landesgrenze fort. Beim „Grenzvogt von Niedertal“, wo sich einst die Galgen von Kurmainz und der Kurpfalz gegenüber standen, steht heute ein Weinausschank der allerlei edle Tropfen aus der Umgebung bereithält. Nachdem mit den Regenschirmen erfolgreich verhindert werden konnte, dass der Regen den Wein verwässert, mussten noch etliche Höhenmeter auf dem Weiterweg nach Kaub überwunden werden. So ging es noch vorbei an den verfallenden Gebäuden des hier einst erfolgreichen Schieferbergbaus, bevor man mit einem guten Essen die auf den insgesamt 500 Höhenmetern verlorenen Kalorien wieder auffüllte. Pünktlich am Bus kam auch die Sonne wieder hervor und begleitete die Ausflügler zurück nach Zimmern.

guf

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