Seit einem Jahr treffen sich Frauen aus aller Welt monatlich

Frauen pflegen Kontakte

+
Sie sind froh, hier zu sein: seit einem Jahr treffen sich Frauen aus aller Herren Länder regelmäßig in Klein-ZImmern.

Klein-Zimmern/Dieburg - Sie kommen aus Indien, Polen, Somalia, Bolivien, dem Sudan und Groß-Zimmern. Was diese Frauen verbindet, ist ihre Neugier auf die Kultur der anderen. Von Ursula Friedrich 

Was sie genießen sind neue Bekanntschaften, Ausflüge und andere Aktivitäten - ohne Kinder am Rocksaum oder den Ehemann im Nacken. Bei Christstollen und Plätzchen wird es am Freitag im Haus Barbara gemütlich. Auch, wenn zum ersten Geburtstag des internationalen Frauentreffs, einem Kooperationsmodell des Caritasverbands Darmstadt und der katholischen Pfarrgemeinde, kein Happy-Birthday, sondern ein Kinderlied angestimmt wird, kommt sofort Stimmung auf. Mimik und leichte Gymnastikübungen, die das Lied abverlangen, sorgen für viel Gelächter. „Das internationale Frauencafé richtet sich an alle Frauen, die sich für die Kultur der anderen interessieren“, berichtet Lilien, die bereits eine internationale Frauengruppe in Darmstadt leitet, auch die findet großen Zuspruch. Unter dem Dach des Caritasverbands wurde nach diesem Vorbild in Klein-Zimmern im vergangenen Jahr eine weitere Gruppe ins Leben gerufen.

Zu den monatlichen Treffen kommen im Schnitt 25 Besucherinnen. „Wir wollten einen Begegnungsort schaffen, um uns (Frauen) gegenseitig zu stärken“, fährt Lilien fort. Dass es aufgrund des großen Flüchtlingszustroms dann so bunt werden sollte, war damals noch gar nicht abzusehen. Inzwischen bieten die zwanglosen Termine auch einen praktischen Leitfaden, Deutsch zu üben. Im Kreis der Frauen werden sprachliche Hemmschwellen leichter überwunden, ganz gleich, ob es bei mancher noch etwas holpert. „Ich freue mich hier zu sein“, liest Fatema vom Blatt ab, „weil ...“ und nun muss sie selbst formulieren, „bei mir zu Hause ist Krieg.“

Warmaog, die vor 18 Monaten aus Soamlia nach Zimmern kam, will vor allem Deutsch lernen. Schwester Rosalie ist glücklich, wenn sie mit freundlichen Menschen zusammen ist. Im ersten Jahr ihres Miteinanders haben die Frauen viel unternommen. Ein Picknick, beim Obstbauern Erdbeeren gepflückt oder die Feuerwehr besucht, die mit einer imposanten Fett-Explosion Eindruck machte. Weil der Frauentreff nicht isoliert ist, sondern Bündnispartner hat, freuen sich auch die Kinder, wenn Mama nach Klein-Zimmern fährt.

Für die Kleinsten öffnen sich dann zeitgleich die Türen der benachbarten Kindertagesstätte Blumenstraße. Auch die Flüchtlingshilfe Dieburg ist mit im Boot und bietet Mitfahrgelegenheiten für Frauen. „Mir macht es viel Spaß“, erzählt Caritasmitarbeiterin Eva, die den Treff mit Kollegin Lilien leitet. Wer sich auf die bunte Gruppe Frauen aus unterschiedlichsten Ländern einlässt, bekommt viel zurück. „Auch wenn es sprachlich noch nicht so klappt, ist es wichtig rauszugehen“, macht Lilien Mut. „Sonst bleibt die Sprache ein Hindernis und man isoliert sich."

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion