Nicht genügend Mannschaften fürs Tauziehen

Frühlingsfest der starken Männer

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Die „Dieburger Schlepper Schrauber“ haben nicht nur ihre Traktoren ausgestellt, sondern sich auch ganz spontan beim Tauziehwettbewerb beteiligt.

Groß-Zimmern - Das Gejohle war groß auf dem Rasenplatz des Athletenvereins. Der Verein der starken Männer feierte am Samstag Frühlingsfest und dazu gehörte das bei den Zuschauern beliebte Tauziehen. Von Ulrike Bernauer 

Äußerst angestrengte Gesichtszüge gab es beim Fest des Athletenvereins zu sehen, trainierte Beinmuskeln zeichneten sich ab und mitunter sah man auch einen der starken Kerle auf den Hintern fallen, wenn das Seil nach anstrengendem Kampf plötzlich losgelassen wurde. Vier Mannschaften waren angetreten in dem Kampf, ein paar weniger als es sich die Organisatoren vom Athletenverein eigentlich gewünscht hatten. Der Kerbborschtejahrgang 1992/93, der seine blauweiße Kerb 2012 feierte, hatte einige Vertreter geschickt, die beim Tauziehen ihre Kräfte beweisen wollten. Sie gingen unter dem Namen „die Vollsten“ ins Rennen. „Wir haben die Gegner immer gewinnen lassen“, sagte Tim Jäger nach dem Turnier, „denn nur Dabeisein ist alles.“ Wobei das nicht ganz stimmte, denn nach diesem Wettkampf stand die Mannschaft „Dirkules und seine zwei starken Kerle“ auf dem letzten Platz und nicht „Die Vollsten“.

In Ermangelung von vielen Mannschaften traten die Athleten dann doch entgegen ihrer Ankündigung selbst mit an. Um den Wettkampf nicht zu einseitig werden zu lassen, waren die gut trainierten Herren aber entweder nur mit drei Mann, teilweise nur mit zwei Kämpfern, während die anderen Mannschaften über vier Teilnehmer verfügten. „Die Vollsten“ Kerbborschte hatten sich also am Ende Platz drei erstritten, auf Platz zwei kamen die „Dieburger Schlepper-Schrauber“ und auf Platz eins „die Durchgepeitschten“. Letztere waren eine Mischmannschaft, die sich spontan auf dem Rasen gefunden hatte.

„Die Durchgepeitschten“ ziehen mit allen Kräften und gewinnen letztendlich den Tauziehwettbewerb des Athletenvereins.

Die Dieburger Schlepper-Schrauber wollten eigentlich nur ihre alten Traktoren ausstellen. In Reih und Glied standen die historischen Schätze fast aller Marken aufgereiht, von Agria über Hanomag bis Zetor. Falls einer der Gäste, der die alten Maschinen bewunderte, Fragen hatte, stand ihm der Besitzer des Traktors gerne zur Verfügung. Als sich dann herausstellte, dass es für den Wettbewerb ruhig ein paar mehr Mannschaften hätten sein können, stellten sich die Dieburger zur Verfügung und schlugen sich letztendlich sehr gut. „Wir haben vorher nicht trainiert“, sagte Uli Beck und einer seiner Kumpel ergänzte: „Nur mit dem Bier, da haben wir mit 0,2 Liter angefangen, inzwischen sind wir bei einer Maß.“ Das Schlepper- Schrauben macht offensichtlich stark, denn die Herren aus Dieburg konnten den Altersschnitt der Wettbewerbs-Teilnehmer doch erheblich anheben. Waren die anderen durchweg junge Kerle, so hatten die schraubenden Männer ein etwas höheres Alter. Am Sonntag, 26. Juni, gibt es in Dieburg an der Reitanlage des Reitvereins eine Ausstellung alter Traktoren. Wer sich für die alten Maschinen interessiert und das Frühlingsfest verpasst hat, kann dort noch einmal die alten Traktoren bewundern.

Aber nicht nur beim Tauziehen konnten die Besucher des Frühlingsfestes starke Muskeln bewundern. 15 Mitglieder des Athletenvereins hatten sich für das Bankdrückturnier im Freien angemeldet. Hier hatten auch Nicht-Mitglieder die Möglichkeit, ihre Kräfte zu erproben. Es traute sich allerdings keiner. So wurde die Freiluftveranstaltung mehr oder weniger eine Vereinsmeisterschaft.

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Als stärkster Mann ging Philipp Gramlich aus dem Wettbewerb. Er drückte in der Gewichtsklasse ab 85 Kilo 182,5 Kilo. Marco Schwarz trat in der Gewichtsklasse bis 85 Kilo an. Er stemmte 162,5 Kilo und scheiterte an den 170 Kilo nur ganz knapp.

Michael Seibel vom Athletenverein, der das Tauzieh-Turnier ausgerichtet hatte, wünscht sich für das nächste Fest im Jahr 2017 schon jetzt noch viel mehr starke Männer. „Vielleicht war unsere Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld nicht ganz so gut“, räumt er ein.

Im nächsten Jahr soll das besser werden. Dann sollen alle Vereine aber auch die Kerbborschte-Jahrgänge angeschrieben werden. „Warum sollen letztere immer nur Fußball oder Minigolf spielen, sie könnten ja auch beim Tauziehen mal unter sich ausmachen, welcher der stärkste Jahrgang ist.“

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