HR-Sommertour sendet vom Golfplatz

Ganz Hessen blickt auf Zimmern

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Jedes Kind in Zimmern weiß, dass die Puppe am Ende der Kerb verbrannt wird. Für die Hessenschau gab es einen Dummy.

Groß-Zimmern - Das Wetter passt, der Ort ist eine perfekte Wahl, das Publikum so gut gelaunt, wie es die Menschen in Groß-Zimmern eben sind. HR-Moderator Jens Kölker hat leichtes Spiel beim Auftakt der Hessenschau-Sommertour auf dem Gelände des Golf Sport Parks. Von Klaus Holdefehr

Kölker und sein Kollege Andreas Hieke feiern einen runden Geburtstag. 2001 ist die erste hr-Sommertour durchs Bundesland gezogen – damals übrigens schon mit Kölker, der damit ein echter alter Hase ist. Ihn bringt so schnell nichts aus dem Konzept – weder das kleine Mädchen, das sich ängstlich von ihm abwendet, als er es interviewen will, noch die öffentliche Frage nach der Uhrzeit. Wieder einmal darf er den Anheizer spielen, aber eigentlich braucht er das gar nicht, denn das Wetter spendiert den Fernsehmachern und den am Ende rund 500 Besuchern einen echten Sommertag.

Auf der Bühne stehen Otto & Otto und Freunde und singen viele Zimmern-Hymnen, unten formiert sich „Zimm’ner“ Identität: Die Kerbhochburg bildet sich selbst ab, indem sie ihre Kerbborschte-Jahrgänge ins Rennen schickt. „150“ ist die Maßgabe, sie wird knapp übertroffen. „Zimm’ner Blut is koa Buddermilsch“, singen die beiden Ottos, und das stellen auch die vielen Tänzerinnen unter Beweis, die über die Bühne wirbeln – drei Generationen, aus dem Turnverein sowie aus dem Tanz- und Gymnastikclub (TGC).

Vor der Ansage lernt Moderator Andreas Hieke noch schnell einiges über die Zimmerner Kerb.

Dann ist da eine „Challenge“, geboren aus dem genius loci eines Golfplatzes – ein Caddy-Turnier mit den wendigen und schnellen Elektromobilen, mit denen sonst Golfer über den Platz kutschieren. Golf spielt auch später noch eine Rolle, als Hieke drei Junggolfer interviewt, die auf dem Weg in die Profiklasse sind. Zwischendrin wird immer mal wieder geprobt für das, was ab 19.30 Uhr live über die Bildschirme im Land geht. Die drei Groß-Zimmerner Tenöre, unter ihnen Bürgermeister Achim Grimm, dürfen Ariöses über den Platz schmettern, die Feuerwehr wird interviewt, und natürlich wird die Kerb erklärt. Zwischendurch findet HR-Redakteurin Julia Hurtzig ein paar Minuten Zeit zu erzählen, wie die Gemeinde den Zuschlag für den Auftakt bekommen hat.

Bilder: HR-Sommertour in Groß-Zimmern

Was sie sagt, ist fast eine Liebeserklärung: „Groß-Zimmern hat eine der tollsten Bewerbungen eingesendet, die wir in den 15 Jahren Sommertour bekommen haben. Die haben sechs Seiten ausgearbeitet und sogar schon die Plätze fotografiert, die sich für die Sendung eignen. Das war mit so viel Liebe und Sorgfalt vorbereitet. Dabei hat Groß-Zimmern optisch ja nur wenig von dem zu bieten, was wir als Kriterien sonst so anlegen. Aber bei der Bewerbung war sehr deutlich zu spüren, dass die Zimmerner die Sommertour wollen, und mit ganzem Herzen dahinter stehen. Deshalb hat uns diese Bewerbung sofort überzeugt.“

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