Geißbergschüler an der Gersprenz

Kinder erkunden die Farbe des Wassers

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Man muss schon ganz genau hinschauen, um auch die kleinen Lebewesen in der Gersprenz zu entdecken. Sarah (Bild rechts) zeigt Lehrerin Kerstin Weber, was sie in der Gersprenz gefunden hat.

Klein-Zimmern - Einige Kinder der Geißbergschule können es kaum erwarten, endlich ans Wasser zu kommen. Am Donnerstagvormittag steht für die Zweitklässler nicht Schulbankdrücken auf dem Programm, sondern eine Bacherkundung. Von Ulrike Bernauer 

Mit Natur- pädagogin Claudia Wiedling, Förster Martin Starke und dem NABU-Vorsitzenden Dr. Lothar Jacob beugen sich die Schüler über das Wasser der Gersprenz. Sachkundelehrerin Kerstin Weber hält sich dabei im Hintergrund. Ihre zweite Klasse hat in diesem Halbjahr schon öfter mit der Waldschule den Unterricht in der freien Natur verbracht. Einmal waren sie auf der Wiese unterwegs, zweimal im Wald, auch den Ort Klein-Zimmern haben sie erkundet.

So manche Sachen merkt man sich tatsächlich viel besser, wenn man sie nicht nur im Buch liest, sondern ganz anschaulich vor der Nase hat. Alle Kinder kennen nun den Spitzwegerich. Wiedling hatte empfohlen, sich nach dem schmerzhaften Kontakt mit Brennesseln Blätter dieser Pflanze auf die Haut zu legen. Auch am Donnerstag wurden in einem Kreis erst noch mal die Sinne geschärft. Tasten, Riechen und Schmecken wurden bewusst geübt. Dafür nahmen die Kinder Steine in die Hände, an denen sie einmal lecken sollten. Förster Starke machte es vor und stellte fest, dass sein Stein eigentlich nach gar nichts schmeckte. „Aber manchmal sind die richtig salzig“, sagte er.

Klares Wasser in der Gersprenz

Viele Punkte wollten die Grundschüler mit den drei Naturpädagogen bearbeiten. Erst einmal schauten sie sich die Farbe des Wassers an. Grünlich war es, oder bräunlich, fanden die Meisten. Als sie dann in Glasbechern mit Wasserfarbe die Farbe des Wassers nachahmen sollen, kam fast nur Grün dabei heraus. Nachdem sie aber einfach Wasser aus der Gersprenz geholt hatten, stellten sie überrascht fest, das es tatsächlich ganz klar war. Die Farbe erhält das Gewässer nämlich durch den Untergrund, die Umgebung und ihre Spiegelung, so die Erkenntnis.

Nasse Füße gab es dann trotz der Gummistiefel, als die Kinder nach Lebewesen in der Gersprenz suchten. Zuvor wurde ihnen noch gezeigt, wie man Köcherfliegen, einen Wasserwurm oder Bachflohkrebse so aus dem Bach holt, dass man sie nach dem Betrachten unbeschadet auch wieder zurück setzen kann. Mit einem Seil, einem Zollstock und einem Stein maßen sie die Breite des Gewässers und erkundeten auch dessen Fließgeschwindigkeit vor Ort. Warum kurz vor der Brücke über ein Baumstamm quer im Wasser lag, den ganz offensichtlich Menschen dort platziert hatten, das erklärte Jacob. „Hier können sich bei Hochwasser Äste und Stämme aufstauen und bequem aus dem Wasser geholt werden. Wenn das erst bei der Brücke geschehen würde, würde sich dort alles stauen. Das Wasser könnte nicht abfließen und einige würden nasse Keller bekommen.“

Der so ganz andere Unterricht in der Natur machte den Schülern viel Spaß und sie waren konzentriert bei der Sache. Auch wenn zum Schluss mehr als ein Kind nasse Füße hatte.

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