Gemeinde gedenkt am Volkstrauertag

„Wenn jeder eine Blume pflanzte“

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Der Kranzniederlegung auf dem Soldatenfriedhof bei Klein-Zimmern wohnten zahlreiche Menschen bei.

Klein-Zimmern - Zahlreiche Gäste hatten sich am Sonntag auf dem Soldatenfriedhof in Klein-Zimmern eingefunden. Am Volkstrauertag gedachten sie traditionell der Toten und Gefallenen beider Weltkriege und der aktuellen Opfer von Krieg, Bürgerkrieg, Flucht und Vertreibung.

Zimmerns Bürgermeister Achim Grimm begrüßte die Gäste, unter ihnen die späteren Redner Landrat Klaus Peter Schellhaas, Dekan Christian Rauch, sowie die beiden Schüler der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) Amelie Konn-Kruse und Niklas Mamart. Grimm erinnerte an die Gedenkveranstaltung 2015. An diesem Volkstrauertag war gerade die Nachricht nach Deutschland gekommen, dass in Paris bei Attentaten 130 Menschen getötet worden waren. Auch aktuell gebe es kaum Nachrichtensendungen, ohne Berichte über Krieg und Terror. „Eigentlich müssten die Menschen aus der Vergangenheit Lehren gezogen haben“, sagte Grimm.

Bewegende Worte fanden die beiden Schüler der ASS, Konn-Kruse hatte sich ein Gedicht von Peter Härtling ausgesucht. „Wenn jeder eine Blume pflanzte, jeder Mensch auf dieser Welt, und anstatt zu schießen, tanzte und mit Lächeln zahlte, statt mit Geld, …, wenn dies Wenn sich leben ließ, wärs noch lang kein Paradies, bloß die Menschenzeit hätt’ angefangen, die in Streit und Krieg uns beinah ist vergangen.“ Mamart übersetzte frei nach Josef Reding Friede mit, „lasst uns zusammen spielen, sprechen, singen, essen, trinken und zusammen leben, damit wir leben.“

Landrat Schellhaas erinnerte an die 500 Menschen, die in Klein-Zimmern auf dem Soldatenfriedhof bestattet wurden, weitab von ihrer Heimat und ihren Lieben. Heutzutage frage er sich, wie die Generation seiner Eltern wohl mit den Flüchtlingen umgegangen wären, die ja aus Angst vor Tod, Folter und Vertreibung zu uns kommen. „Sie hätten wahrscheinlich die Ärmel hochgekrempelt.“ Stattdessen würden heute auch in Europa Zäune gebaut, sogar über Mauern werde gesprochen, Gewalt, Hass und wilde Wut fänden nicht nur im Internet statt. „Wehret den Anfängen“, appellierte Schellhaas an die Gäste der Veranstaltung, „jeder muss für sich selber herausfinden, was er dafür tun kann, dass sich unsere Geschichte nicht wiederholt.“

Dekan Rauch erinnerte an die aktuellen Krisen, er sprach die Tragödie von Aleppo an, aber auch die Ukraine oder die Krim. Die Gedenkfeier wurde musikalisch vom evangelischen Posaunenchor Groß-Zimmern und von Chorus Line untermalt. Bürgermeister Grimm erinnerte daran, dass seit dem vergangenen Jahr nur noch eine Gedenkfeier in der Gemeinde stattfindet, sowohl in Groß- als auch in Klein-Zimmern seien aber bereits Kränze niedergelegt worden.

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