Für etwa 1,3 Millionen Euro

Gemeindevertretung beschließt Umgestaltung des Rathausplatzes

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Der Rote Platz (Mitte) und der Parkplatz neben dem Rathaus (links unten im Bild) sollen neu gestaltet werden.

Groß-Zimmern - Eindringliche Worte richtete Bürgermeister Achim Grimm am Donnerstagabend gegen Ende der Sondersitzung an die Vertreter des Groß-Zimmerner Gemeindeparlaments. Diese waren in den Ferien wegen lediglich einem Tagesordnungspunkt zusammengekommen. Es ging um die Umgestaltung des Roten Platzes. Von Ulrike Bernauer 

Man wolle nicht nur eine kosmetische Änderung, so warb Bürgermeister Achim Grimm für eine möglichst große Zustimmung zur Umgestaltung des Rathausplatzes. Man wisse, dass es im Untergrund Schäden gebe. Wenn man Kanalarbeiten erledigen oder Anschlüsse neu verlegen müsse, dann biete es sich an, auch dem Platz obendrüber ein neues Gesicht zu geben. „Wir gestalten den Platz dann nicht für fünf Jahre neu, sondern für Jahrzehnte“, erklärte Grimm. Für den Beschlussvorschlag stimmten dann CDU, Grüne und FDP. SPD und ZiLi hatten hauptsächlich Bedenken wegen der Kosten von 1,34 Millionen, die für den neuen Platz veranschlagt werden, stimmten aber nicht gegen den Beschluss, sondern enthielten sich.

Bevor die Mehrheit der Gemeindevertreter für den Vorschlag des Wiesbadener Planungsbüros, Exedra, das auch den Architektenwettbewerb gewonnen hatte, voteten, waren noch viele Einzelabstimmungen zu absolvieren. Schon in den vorhergehenden Wochen waren den Fraktionen die Planungen zugegangen, daraufhin hatten alle fünf im Parlament vertretenen Fraktionen Änderungswünsche vorgetragen. Ein Punkt betraf die Anzahl der Parkplätze, die am Ärztehaus entstehen sollen. Drei Varianten stellte das Büro am Donnerstagabend vor, jeweils eine mit sieben, acht und zehn Parkmöglichkeiten. Während sich SPD, FDP und Grüne für sieben Parkplätze aussprachen, votierte die Mehrheit von CDU und ZiLi für die Höchstanzahl von zehn Parkplätzen.

Einigkeit gab es bei der Frage, ob das Pflaster versiegelt werden soll oder nicht. Die Gemeindevertreter folgten der Empfehlung der Fachplaner Kai Müller und Michael Jansen, auf die Versiegelung zu verzichten. Ein geteiltes Bild gab es zu den geplanten Wasserspielen, die mit 130 000 Euro veranschlagt sind. Chris Kowal sprach sich für die SPD aus Kostengründen dagegen aus. Ihm folgten bei der Abstimmung dann seine Fraktionskollegen und auch die ZiLi entschied sich gegen das kühle Nass. Beide wurden allerdings von der Mehrheit von CDU, Grünen und FDP überstimmt – die kleinen Zimmner werden also künftig plantschen können. Für eine Verschiebung des Denkmals weg von einer Baumgruppe an eine zentralere Position auf dem Platz sprachen sich alle Parteien bis auf die SPD aus, die sich in diesem Punkt enthielt. Strittig war dann die Anzahl der Bodentanks, die die Stände bei Kerb oder anderen Veranstaltungen versorgen sollen. Jetzt soll ein Prüfantrag klären, ob sechs Tanks notwendig sind oder ob vier ausreichen. Ebenfalls in einem Prüfantrag sollen die Kosten für ein kostenlos verfügbares WLAN ermittelt werden.

Diskussionen gab es darüber, ob die geplanten Bänke aus Beton ortsfest oder mobil werden sollen. Für solche, die beispielsweise an der Kerb abmontiert werden können, sprachen sich die CDU und die FDP aus. Die knappe Mehrheit aus SPD, Grünen und ZiLi entschied sich für Bänke, die fest auf dem Platz verbleiben. Die Sitzgelegenheiten werden also aus Beton gefertigt, sie haben allerdings auch teilweise Holzauflagen, die für mehr Komfort sorgen.

Eine heftige Diskussion entfachte bei der Auswahl der Bäume. Die Planer hatten vier Schnurbäume und einen Hain aus Gold-Gleditschien vorgeschlagen, beide Baumarten sind in Deutschland nicht heimisch. Janek Gola (ZiLi) und Astrid Geiß (CDU) sprachen sich für die Verwendung von einheimischen Gehölzen aus. Fachplaner Müller begründete die Entscheidung für die ausländischen Bäume damit, dass sie für einen Stadtraum am besten geeignet seien. Auch bei einheimischen Gehölzen gebe es Probleme: Linde und Ahorn verursachten Honigtau, Ulmen litten unter einem Sterben ihrer Art, bei Eichen habe man die Gefahr des Eichenspinners. „Wir vertrauen auf die Fachkompetenz der Planer“, kündigte Dagmar Wucherpfennig (SPD) das Abstimmungsverhalten an. Letztlich sprachen sich nur sechs Gemeindevertreter für einheimische Gehölze aus, der Vorschlag des Büros ist also angenommen.

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