Catrin Geier ist nach einer Pause wieder da

Den Sitzungssaal mal weiß anstreichen

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Catrin Geier ist für die SPD nach einer Berlinpause jetzt wieder in der Gemeindevertretung.

Groß-Zimmern - Catrin Geier ist zwar noch jung an Jahren, aber politisch schon erfahren wie ein Profi. Seit der Kommunalwahl vertritt sie die Sozialdemokraten wieder in der Groß-Zimmerner Gemeindevertretung. Von Ulrike Bernauer 

Sie saß schon einmal eine Legislaturperiode im Zimmerner Parlament, hat dann aber eine Pause gemacht, weil sie nach Berlin gezogen ist. Dort arbeitet sie zwar immer noch als Büroleiterin des Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Zimmermann, aber in der Gemeinde mitzureden, das traut sie sich nach der Eingewöhnung in Berlin durchaus wieder zu. Geier ist 32 Jahre jung, ledig und hat Politikwissenschaften studiert. Sie hängt sehr an Groß-Zimmern, wo sie aufwuchs und zur Schule ging, deshalb ist ihr Erstwohnsitz auch immer noch in der Gersprenzgemeinde. „Wenn im Bundestag sitzungsfreie Wochen sind, dann bin ich hier.“ Gerne sitzt sie dann auch im Garten, den sie sich mit dem Großvater und den Eltern teilt. Alle vier wohnen auf dem Grundstück, aber jeder hat seine eigene Wohnung.

Ihren Hobbys, dazu zählt sowohl das Fotografieren als auch der Besuch eines Fitnessstudios, geht sie in Berlin und in Groß-Zimmern nach. Der Freundeskreis ist auch eher in Zimmern, in Berlin unternimmt die Politikwissenschaftlern hingegen sehr viel mit den Kollegen. „Ich gehe oft essen, das ist in Berlin so üblich, und abends besuche ich oft Veranstaltungen, ab und zu auch mal ein Konzert.“ In Groß-Zimmern liebt sie die Sonntage – einfach mal länger schlafen und chillen. Am Sonntagabend hat sie das gemacht, was viele Deutsche auf ihr Abendprogramm gesetzt haben. „Ich habe Fußball geschaut und gegrillt. Ich bin Nationalmannschafts-Fan und seit die Lilien das Wunder hinbekommen haben, auch Darmstadt 98-Fan.“

Politisch ist sie familiär vorbelastet, schon ihr Großvater wählte SPD. „Wenn wir früher zusammen wählen gegangen sind, dann wussten die Leute im Wahllokal, jetzt gibt es acht bis zehn SPD-Stimmen.“ Mutter Gabriele Geier wurde ebenfalls in die Gemeindevertretung gewählt und gehört nun dem Gemeindevorstand an.

Schon mit 19 Jahren trat Catrin Geier in die SPD ein. Sie hat aber schon früher für die Gemeindevertretung kandidiert. Damals war sie 16 und das Gesetz, das diese frühe Wählbarkeit ermöglichte, wurde schnell wieder zurück genommen. Sie wünscht sich diese frühe Wahlberechtigung wieder zurück. „Wenn die Jugendlichen früh anfangen, sich mit der Politik zu beschäftigen, dann haben sie auch später mehr Interesse für politische Themen.“

Von 2006 bis 2013 saß sie in der Gemeindevertretung, die Pause war dem Aufbau des Büros von Zimmermann geschuldet. Heute aber sagt sie: „Ich kann das hier trotzdem machen und ich habe die politische Arbeit im Ort vermisst.“ Der Sitzungssaal steht allerdings nicht ganz oben auf ihrer Liste als Grund für Heimweh. „Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann würde der weiß gestrichen.“

Die Kinderbetreuung steht bei ihr auf der Prioritätenliste ganz oben. Die Kleinkinder seien gut versorgt, aber zwischen dem sechsten und dem zehnten Lebensjahr klaffe eine Lücke. „Der Pakt für den Nachmittag ist besser als nichts, aber es wird Zeit für eine verlässliche Finanzierung der Ganztagsschule. Seit ich Politik mache, ist das ein Thema.“ Deshalb begrüßt sie auch die Neuauflage der Betreuungskonferenz in Zimmern, die nach den Sommerferien stattfinden soll.

Geier hat sich nicht in einen der drei Ausschüsse wählen lassen, dazu ist sie zu selten da. Auch wenn sie schon ausgerechnet hat, dass sie wohl nur bei zwei Gemeindevertretersitzungen fehlen wird. „Wenn da was ganz wichtiges entschieden würde, würde ich auch nur für einen Abend aus Berlin kommen.“ Sie ist allerdings Mitglied im NGA-Verband. Auch wenn der Breitband-Ausbau im Landkreis schon weit fortgeschritten ist, geht sie davon aus, dass der Verband länger bestehen wird. „Die Entwicklung geht weiter, mit dem Ausbau ist es nicht getan.“

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