Vertreter aus vier Ländern verpflichten sich, den biologischen Anbau zu fördern

Gemeinsam Grundstein gelegt

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Michael Lienerth (v. l.), Arsenco Aleksovski, Eva Ucella und Achim Grimm unterzeichneten am Sonntag das Agrar-Manifest.

Groß-Zimmern - Vier Tage befassten sich Vertreter aus Groß-Zimmern, dem italienischen Rignano sull’ Arno, dem makedonischen Kriva Palanka und dem rumänischen Vurpar/Burgberg mit dem EU-Projekt „Ressource Lebensmittel bi(o)lateral nutzen“. Von Ursula Friedrich 

Am Ende des Projektes verpflichteten sich Vertreter der vier Kommunen, die erarbeiteten Inhalte auch zukünftig weiter in ihre Gemeinden zu tragen. Etwas entfernt vom bunten Treiben auf dem Kürbismarkt stellten die vier Vertreter die Weichen. Bürgermeister Achim Grimm, Vizebürgermeisterin Eva Ucella (Rignano sull’ Arno), Bürgermeister Arsenco Aleksovski aus dem makedonischen Kriva Palanka und Amtskollege Michael Lienerth aus dem rumänischen Vurpar/Burgberg unterzeichneten am Sonntag im Glöckelchen ein Manifest.

In der Vereinbarung verpflichten sich die vier Partner dazu, ein Netzwerk aufzubauen, regionalen, biologischen Agraranbau auszudehnen, zum Klimaschutz beizutragen und Marketingmaßnahmen zu koordinieren. Gelingt es, dieses von der EU angeregte bürgerschaftliche Projekt mit Leben zu füllen, können weitaus höhere Förderbeträge als das Startkapital von 5 000 Euro abgerufen werden. Während die Partnerschaft Groß-Zimmerns mit der italienischen Gemeinde bei Florenz bereits seit 2009 besteht, kam es im Rahmen der mehrtägigen Veranstaltung zu neuen Kontakten.

Das rumänische Burgdorf, vertreten durch Bürgermeister Michael Lienerth, möchte seine Beziehungen nach Deutschland intensivieren. Dort leben 9 000 Einwohner und 14 000 Schafe - letztere werden nach biologischen Standarts ernährt und liefern 4 000 Liter Biomilch täglich, die überwiegend zu Käse verarbeitet wird. „Wir sind die größte Biogemeinde in Rumänien“, sagte der Bürgermeister aus dem 1 500 Kilometer entfernten Ort in Siebenbürgen in perfektem Deutsch. Schwarze fruchtbare Erde, große Wälder und schöne Landschaften prägen seine Heimat, in der Obstanbau ein wichtiges wirtschaftliches Standbein ist.

Sogar eine Verschwisterung mit Groß-Zimmern könnte sich die makedonische Delegation vorstellen, die mit vier Vertretern anreiste. „Durch den Krieg in Jugoslawien wurde unsere Landwirtschaft stark vernachlässigt“, erklärte Bürgermeister Arsenco Aleksovski aus Kriva Palanka, „in den vergangenen sechs Jahren wurde mit staatlichen Subventionen langsam angefangen, die Landwirtschaft neu aufzubauen.“ Biologischer Anbau stecke noch in den Kinderschuhen, jedoch seien Produktionswege kurz und „wir haben keine Wegwerfgesellschaft.“ Bürgermeister Achim Grimm schloss: „Etwas zu verändern ist eine weltweite Aufgabe. Aber wir können auch im kleinen Rahmen etwas bewegen und legen heute den Grundstein dafür. Das sind wir auch unseren Kindern schuldig.“

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