„Café International“ im Mehrgenerationenhaus

George räumt alle Affen ab

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Wo ist denn bloß der zweite Affe, fragt sich die Spielteilnehmerin beim Memory.

Groß-Zimmern - Vor George stapeln sich die Memory-Karten. Sein Stapel ist so hoch, dass die Mitspieler alt aussehen. Von Ulrike Bernauer 

George ist Syrer, seit fünf Monaten in Groß-Zimmern, und zum ersten Mal beim Spielenachmittag, den der Arbeitskreis Flüchtlinge im Mehrgenerationenhaus (MGH) anbietet. „In Syrien habe ich kaum gespielt, nur Schach mit meinen Vater“, sagt George. Christine Keller und Werner Stumpf hatten die Idee zu diesem Spielenachmittag, der nun wöchentlich montags von 16 bis 18 Uhr im MGH stattfinden soll. Spiele sind vorhanden, also müssen nur noch Menschen kommen, die Lust haben, mit anderen zu spielen. Nicht nur Flüchtlinge sind willkommen, sondern alle, denn Spiele sind gut für jedes Alter und in jeder Sprache.

Martina beispielsweise wollte zur Malwerkstatt. Nun sitzt die Zimmernerin mit Rimon aus Syrien am Spieltisch und sagt: „Ich hatte wohl alte Informationen.“ Aber anstatt enttäuscht wieder zu gehen, weil die erwartete Malwerkstatt nicht stattfindet, freut sie sich nun, dass sie mit Rimon einen guten Gegner hat. Der Syrer hingegen ist glücklich über die Beschäftigung und darüber, dass er nebenbei auch ein wenig Deutsch sprechen kann. Am Tisch nebenan räumt die zwölfjährige Paloma aus Albanien beim Kartenspiel „Halli-Galli“ ab.

Werner Stumpf hat ihr wenig entgegenzusetzen, Paloma ist einfach schneller. Die Schülerin ist mit ihrer Mutter Dashurie und dem Vater Bashkin aus Albanien gekommen. Seit elf Monaten leben sie in Groß-Zimmern.

Während sich die Tochter beim Kartenspiel vergnügt, sitzen die Eltern mit George und Keller beim Memory. Insgesamt finden alle bis auf George das Tiermemory sehr schwierig, kommen doch eine Menge unterschiedlicher Affen vor, auch Löwen oder Nashörner sind mehrfach vertreten. Spaß macht das Spiel dennoch allen und es gibt viel Gelächter am Tisch.

Keller und Stumpf sind begeistert von der regen Teilnahme am ersten Spielenachmittag und alle würden sich freuen, wenn noch mehr Menschen an den kommenden Montagen zwischen 16 und 18 Uhr ins Mehrgenerationenhaus in den Otzbergring kommen würden. Wer lieber mal in Gesellschaft strickt oder häkelt, ist ebenfalls herzlich eingeladen.

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