Auch das Sternsingen will geprobt sein

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Sophie, Judith, Antonia, Annika und Lena (von links) bringen den ersten Segen am katholischen Pfarrzentrum an.

Groß-Zimmern - Bald laufen sie wieder, so wie jedes Jahr. In Groß-Zimmern werden die Sternsinger am Freitag und Samstag unterwegs sein und den Segen für das Neue Jahr an die Haustüren schreiben. Rund 120 Haushalte werden die fünf Gruppen an den beiden Tagen aufsuchen. Von Ulrike Bernauer 

Gemeindereferentin Jutta Moka freut sich, dass sich auch in diesem Jahr fünf Gruppen gefunden haben, die von Haus zu Haus gehen. Am Anfang war die Anmeldung der Kinder und Jugendlichen, die nicht nur den Segen anbringen, sondern auch Spenden für einen guten Zweck sammeln, ein wenig zögerlich. Aber inzwischen haben sich genug Teilnehmer gefunden. Moka freut sich vor allem über die Kontinuität bei denjenigen, die einmal dabei waren. In der Regel kommen sie dann einige Jahre lang und ziehen als Balthasar oder Melchior durch Zimmern.

Andreas Göbel ist so ein „Mehrfachtäter“. Er ist nun 15 Jahre alt und läuft seit seinem vierten Lebensjahr mit, früher mit seinen großen Brüdern, inzwischen ohne sie. Ob es ihm Spaß macht, braucht man nicht zu fragen. Es ist offensichtlich. Gerne erzählt Andreas, warum er immer wieder teilnimmt. „Ich weiß, dass ich etwas Gutes tue. Und ich weiß auch, dass das gesammelte Geld dort ankommt, wo es nötig ist. Außerdem ist es interessant, bei so vielen Leuten anzuklopfen. Auch Finya (14) macht schon seit acht Jahre mit. „Die Gruppen und das Laufen sind toll und man kann gut andere Mitglieder der Gemeinde kennenlernen. Und dann ist da natürlich noch der gute Zweck, für den wir das machen“, sagt er.

Sammeln für die Philippinen

Zwar sind die Sternsinger jedes Jahr unterwegs, aber der Zweck unter dem Titel „Segen bringen, Segen sein“ ändert sich immer wieder. In diesem Jahr wird hauptsächlich für die Philippinen gesammelt. Das Motto heißt „Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit.“ Die Kinder und Jugendlichen haben sich bei einem Aktionstag schon vor Weihnachten auf das Thema vorbereitet. Sie haben einen Film gesehen, gesungen, gespielt und sich auch über das Thema unterhalten.

Erschreckt waren die Sternsinger über die Tatsache, dass viele Filipinos zwar in einer gesunden Umgebung leben, die Eltern Fisch fangen oder auch Gemüse anbauen, dieses dann aber verkaufen müssen, um genug Geld für Reis zu haben. „Sie leben neben dem Reis von Nahrungsergänzungsmitteln, obwohl sie in der Fülle sitzen“, sagt Gemeindereferentin Moka.

Die Sternsinger setzten sich aber auch damit auseinander, was sie selbst tun können, um die Situation der fremden Kinder verbessern zu können. Regional und saisonal einkaufen gehört dazu, aber auch Nahrungsmittel zu schätzen und den Erzeugern einen fairen Preis zu zahlen. Gesund gekocht wurde am Aktionstag ebenfalls, die Kinder bereiteten mit den Betreuerinnen Gemüseburger zu. Moka bewundert auch den Ernst, mit dem die Kinder neben all dem Spaß an die Sache gehen.

„Ihnen ist schon sehr bewusst, dass sie ärmeren Kindern helfen können. Ab und zu bekommen sie auch mal persönlich einen Euro zugesteckt, aber der wandert in der Regel gleich in die Sammelbüchse.“ Die Zimmerner Kinder spenden nicht nur für die Fremde. Von den vielen Süßigkeiten, die sie im Laufe ihres Weges zugesteckt bekommen, wandert zwar ein Teil gleich in den Mund, ein anderer Teil aber kommt in eine Kiste. Die wird nach der Sternsinger-Aktion nach Dieburg zur Tafel gebracht, damit auch Kinder in der näheren Umgebung Freude haben, die nicht ausreichend mit Gütern gesegnet sind.

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