Rodungsarbeiten an der Darmstädter Straße

Neubau des Rad- und Gehweges gestartet

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Autofahrer, die auf der L 3115 unterwegs waren, mussten wegen der Rodungsarbeiten am Fahrbahnrand mit leichten Behinderungen rechnen. Ab Mai/ Juni sollen dann die Bagger rollen und der lang ersehnte Radweg zwischen Groß-Zimmern und Gundernhausen realisiert werden.

Groß-Zimmern - Viele Jahre musste die Gemeinde darauf warten, jetzt ist er endlich in Sicht: der lang ersehnte Fahrradweg zwischen Groß-Zimmern und Gundernhausen. Mit den Rodungsarbeiten ist nun der erste Schritt getan. Von Corinna Hiss 

„Es gibt eine Prioritätenliste von Radwegen in ganz Hessen – und die ist lang“, sagt Jochen Vogel, Pressesprecher der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil auf Anfrage unserer Zeitung. Wie lang, davon können die Groß-Zimmerner ein Lied singen: Seit Jahren hofften sie darauf, dass sich auf der L 3115 zwischen Golfclub und dem Roßdörfer Ortsteil Gundernhausen etwas für diejenigen tun, die lieber auf zwei anstatt vier Rädern unterwegs sind. Hügelig ist die Landstraße, bisweilen kurvig und eng und damit schwer einsehbar für den Verkehr. Keine idealen Voraussichten also, um dort mit dem Fahrrad ein paar Runden zu drehen. Umso wichtiger war es daher, dass schnell ein Weg für Fußgänger und Radler geschaffen wird. Dringlicher wurde die Agenda auch, als sich das Neubaugebiet Alte Ziegelei mehr und mehr entwickelte. Für die Bewohner – darunter auch viele junge Familien – war die isolierte Situation hinter dem Ortsrand nicht zufriedenstellend. Ob Turnverein oder Grüne Mitte, vieles war ohne ein Auto nur schwer zu erreichen.

Doch jetzt ist allgemeines Aufatmen angesagt: Vergangene Woche wurde der erste Schritt in Richtung Fußgänger- und Radweg neben der Darmstädter Straße getan. Zwar rollten nicht schon die Bagger, dafür waren Landschaftspfleger unterwegs. „Um den Radweg realisieren zu können, müssen erst einmal diverse Rodungsarbeiten vorgenommen werden“, berichtet Vogel. Also wurden Bäume und Sträucher am Straßenrand gefällt. Der Schnee oder frostige Witterungen im Morgen seien dabei kein Problem gewesen. „Fällarbeiten werden immer um diese Jahreszeit gemacht, das sind die zuständigen Mitarbeiter gewöhnt“, so der Hessen-Mobil-Pressesprecher. Das ist auch der Grund, wieso schon jetzt gerodet, aber erst im Mai/ Juni gebuddelt wird. „Wir müssen uns an die Brutzeiten der Tiere halten, im Frühjahr dürfen wir keine Büsche beschneiden“, weiß Vogel. Eine Woche haben die Arbeiten gedauert, die jetzt abgeschlossen sind. In dieser Zeit kam es zu leichten Behinderungen für den Verkehr auf der L 3115, da immer wieder orangene Lieferwagen die Äste fortbrachten oder Pylonen am Straßenrand für eine Verengung der Fahrbahn sorgten.

Per Hand wurden die kleinen abgeschnittenen Äste zusammengetragen.

Dass das Projekt Radweg erst jetzt realisiert wird, hat für Vogel aber nicht nur Prioritätengründe. „Es dauert einfach gewisse Zeit, bis alle Genehmigungen eingeholt sind“, erklärt der Experte. So habe sich neben dem Okay der Naturschutzbehörde insbesondere auch die Gespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern nicht immer als leicht herausgestellt. Nicht zuletzt spielte natürlich auch Geld eine Rolle: Insgesamt hat das Land Hessen über eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Wie hoch die Kosten exakt ausfallen werden, kann Vogel momentan noch nicht beziffern. Klar ist jedoch: Darin inbegriffen ist nicht nur der Bau des rund zwei Kilometer langen Radweges, der im Nordosten von Gundernhausen beginnt und an der Schillerstraße in Groß-Zimmern endet, sondern auch eine aufwändige Fahrbahnsanierung der Landstraße. Zudem muss eine kleine Brücke über den Erbsenbach gebaut werden.

Grenzenlos radeln auf der Vennbahn

Jetzt, wo die Rodungsarbeiten beendet sind, kann Hessen Mobil mit der Ausschreibung für das Vorhaben beginnen. Dass bis jetzt noch keine Baufirma beauftragt worden ist, ist ein weiterer Grund, weshalb die Kosten nicht genau beziffert werden können. Nach dem Beginn im Mai oder Juni dieses Jahres sollen die Arbeiten rund vier Monate andauern. Auch für Bürgermeister Achim Grimm sind die Entwicklungen der vergangenen Woche ein großer Erfolg. „Wir haben so lange gewartet und freuen uns, dass das Land Hessen nun die Planungen endlich abgeschlossen hat und der Bau beginnen kann“, sagt er auf Anfrage. Besonders freut ihn dabei natürlich auch eine weitere Sache: „Das Land übernimmt vollständig die Finanzierung.“

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