Bürgermeister Achim Grimm im Interview mit Gudrun Fritsch

„In Groß-Zimmern bewegt sich etwas“

Bisher einziger Kandidat: Bürgermeister Achim Grimm - Foto: guf

Groß-Zimmern - Die Bürger sind für den 12. März 2017 zur Urne gebeten, um den Rathauschef neu zu wählen. Außer der CDU stellt jedoch keine Partei einen Kandidaten. Der LA fragte den amtierenden Bürgermeister Achim Grimm. Von Gudrun Fritsch

Wie sehen Sie die Lage?

Ich bin jetzt im zwölften Jahr, meine Amtszeit endet am 30. Juni 2017. Die CDU hat mich bereits am 14. Juli einstimmig zu ihrem Bürgermeisterkandidaten nominiert. Dem Ruf bin ich gefolgt, weil ich denke, dass es in den nächsten sechs Jahren auch noch eine Menge an Themen gibt, die abgearbeitet werden müssen. Insgesamt hat während meiner Zeit als Bürgermeister alles gut geklappt und das macht mir Mut, weiter zu machen. Ich persönlich wünsche mir eine weitere Amtszeit.

Wie finden Sie die Aussicht, eventuell als einziger Bewerber ins Rennen zu gehen?

Da kann ich ja nichts dafür (lacht). Bis Januar können sich aber noch Bewerber melden. Die Demokratie ist auch dann gut, wenn sich nur einer um das Amt bewirbt. Es gibt ja auch ähnliche Beispiele in Eppertshausen oder Schaafheim. Ich habe mir schon gedacht, dass einige traurig sind, wenn nur ein Kandidat da ist. Natürlich ist es besser, wenn der Bürger eine größere Auswahl hat. Aber es muss sich auch jemand dazu bereit erklären, die Arbeit tatsächlich machen zu wollen. Es ist doch verständlich, dass keiner ins Rennen geht, nur damit ein Gegenkandidat da ist.

Glauben Sie, dass das Ergebnis der letzten Wahl, als Sie im ersten Durchgang gegen fünf Herausforderer gleich die absolute Mehrheit erhielten, die anderen jetzt abschreckt?

Ich habe das ja damals bei der Podiumsdiskussion schon vorhergesagt.

So eine Wahlkampagne ist ja auch mit ziemlichen Kosten und viel Arbeit verbunden. Wird die Ihre, sollten Sie tatsächlich der einzige Kandidat bleiben, weniger intensiv geführt werden?

Ja, es ist teuer und arbeitsintensiv. Aber auch wenn man der einzige Bewerber ist, ist ein Wahlkampf wichtig. Zum einen, um die Leute zu motivieren, zur Urne zu gehen. Und zum anderen, weil man an diesem Wahltag mehr Ja- als Nein-Stimmen braucht.

Könnten Sie denn abgewählt werden?

Meine Amtszeit endet am 30. Juni 2017. Ich muss also am 12. März mehr Ja- als Nein-Stimmen erhalten. Bei nur einem Kandidaten können die Wähler nur Ja oder Nein ankreuzen. Wenn mehr als die Hälfte der Wähler gegen mich stimmt, wäre ich folglich nicht gewählt.

Was ist, wenn es auch dann keinen Kandidaten gibt?

Auch das hat es schon gegeben. Dann müssen Neuwahlen stattfinden. Wenn auch dann niemand kandidiert, kann keiner gewählt werden. Die Gremien sind jedoch alle weiter handlungsfähig.

Gehen davon aus, dass Sie die Wahl gewinnen?

Ganz gewiss. Wenn man so viele Nein-Stimmen erhält, muss man sehr viel falsch gemacht haben und ziemlich unbeliebt sein. Das kann ich mir gar nicht vorstellen.

Die Zimmerner gelten ja nicht unbedingt als unkritisch. Was für ein Feedback erhalten Sie denn aus der Bevölkerung?

Ich kriege viele durchaus kritische, aber eigentlich immer sachlich faire Rückmeldungen. Kritik muss man annehmen können und wichtig ist, dass man mit den Betroffenen gemeinsam nach einer Lösung sucht.

Glauben Sie, dass die Parteien in Zimmern keine Kandidaten finden, weil sie sehen, dass es aktuell kaum einer besser machen könnte und sich sagen: Wir haben mit Achim Grimm als Bürgermeister ganz gut zusammen gearbeitet?

Ich denke, dass ich in den zwölf Jahren mit allen Parteien einen guten Kontakt hatte. Das ist besonders wichtig, weil es in der Gemeindevertretung ja keine festen Koalitionen gibt. Man ist immer auf die Zusammenarbeit mit allen angewiesen und muss Kompromisse schließen können. Das haben wir, insbesondere wenn es um den Haushalt ging, immer gut hingekriegt. Wenn ich an andere Gemeinden wie etwa Babenhausen denke, dann kann man sagen, dass sich das für Groß-Zimmern schon positiv bemerkbar gemacht hat. Hier bewegt sich etwas, auch wenn es keine festen Koalitionen gibt.

Sollten Sie alleine bleiben, gibt es doch gewiss keinen so großen Wahlkampf. Können die Wähler davon ausgehen, dass es weniger Plakate und weniger Wirbel als beim letzten Mal gibt?

Auch bei nur einem Kandidaten findet natürlich eine Wahl und die dazugehörige Werbung statt. Allein schon um die Bürger zu bitten, zur Urne zu gehen. Plakate, Anzeigen und Flyer wird es auf jeden Fall geben.

Welche Themen sind Ihnen im Moment am wichtigsten?

Für mich steht in den nächsten Jahren vorrangig der Ausbau der Kinderbetreuung an. Der soziale Wohnungsbau ist wichtig und dabei besonders die Schaffung von Wohnraum für Senioren.

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