Bindeglied zwischen Kerb und Weihnachten

Farbige Trutschelkapp zum Reinbeißen

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Groß-Zimmern - Schon im vergangenen Jahr hat Roland Zagler mit einem ganz besonderen Plätzchen experimentiert. Besonders ist es nicht wegen seiner Zutaten, es handelte sich um ein übliches Butterplätzchen, sondern wegen seiner Form. Von Ulrike Bernauer 

Man kann es als „das Zimmerner Plätzchen“ bezeichnen, denn es hat nicht die Form von Stern, Herz oder Tannenbaum, sondern die der Trutschelkapp. Zagler hat sie aus der Form eines Sterns zurecht gebogen. Die Idee fanden die Mitglieder des Glöckelchenvereins toll und aus dem Prototyp wurde eine Massenproduktion. Rund 1 000 Plätzchen haben die Zimmerner Kulturliebhaber am Samstagvormittag gebacken. Bäcker Walter Dölcher stellte für die Großproduktion seine Backstube zur Verfügung, zu Hause am heimischen Ofen hätten die fleißigen Bäcker mindestens das ganze Wochenende benötigt. So lief die Arbeit wie am Fließband. Jeder Produktionsschritt wurde voneinem anderen ausgeführt und schon um 9.30 Uhr hieß es: „der Teig ist alle“. Fleißig ausgestochen hatten Bettina Gibson-Altmann, Angelika Seidler, Veronika Held und Jürgen Günster. Zagler hatte sich mit einem Pinsel bewaffnet und strich die rohen Plätzchen mit Eigelb ein, Georg Geier hatte die platzsparende Ablage auf dem Blech bis zur Perfektion vorangetrieben. Hans-Werner Parsczinski hingegen war eher die graue Eminenz im Hintergrund. Bäcker Dölcher war natürlich auch dabei, er schloss die Plätzchen in den Ofen ein und holte das fertige Gebäck auch wieder heraus.

40 Eier, 7,5 Kilogramm Mehl, fünf Pfund Butter und 4,5 Kilo Zucker haben die Glöckelchen-Mitglieder bis zum frühen Vormittag verbacken. Während die letzten Plätzchen noch darauf warteten, in den Ofen geschoben zu werden, waren die ersten schon kalt und konnten verziert werden. Denn eine Trutschelkapp ohne Farbe ist keine richtige Trutschelkapp. Ganz vorsichtig handhabten Gibson-Altmann und Seidler am Anfang die kleinen Tuben mit der Lebensmittelfarbe, aber nach ersten Versuchen ging es deutlich schneller. Es ist logisch, welche Farben zum Einsatz kamen: Rot, Blau und Grün, die Farben der jeweiligen Kerbjahrgänge. Sechs Plätzchen wanderten dann in eine Tüte, von jeder Farbe zwei. Auf dem Weihnachtsmarkt am kommenden Wochenende sollen sie verkauft werden, am gemeinsamen Stand von Glöckelchen- und Kerbverein in der Mehrzweckhalle. „Damit ist uns jetzt das fehlende Bindeglied zwischen der Kerb und Weihnachten gelungen“, freut sich Erfinder Zagler.

Die Einnahmen sollen in Anschaffungen für den Glöckelchenverein fließen. Wieviel die Tüte kosten wird, wussten die Bäcker am Samstag noch nicht. „Für diese Entscheidung müssen wir wohl noch einen runden Tisch bilden“, witzelte Zagler und erntete viel Gelächter.

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