Die Gründung liegt 110 Jahre zurück

AGV: Drei Chöre zum Geburtstag

Groß-Zimmern - Die „Pflege von Gesang und Geselligkeit in der Arbeiterschaft“, das mag heute überaltert klingen. Doch in der Jugend des Zimmerner Arbeitergesangsvereins (AGV) war die Pflege dieses Kulturguts für einige mutige Männer auch eine politisches Ausrufezeichen. Von Ursula Friedrich 

Die Gründung des AGV liegt 110 Jahre zurück, wenige Jahre zuvor hatte Otto von Bismarck das politische Engagement der Arbeiterbewegung mit seinen Sozialistengesetzen im Keim zu ersticken gesucht. Vergeblich, wie die Geschichte lehrt. Beständigkeit zeichnete auch den AGV aus, dessen Sänger vor kurzem den 110. Geburtstag des Männerchors feierten. Der AGV lud zu einem stimmungsvollen Konzert im festlichen Rahmen. Drei Chöre gestalteten den Geburtstag in der evangelischen Kirche am Samstag Abend musikalisch aus. Traditionelles Liedgut internationalen Charakters bestimmte den Auftritt der Gastgeber, die den Auftakt des Konzertprogramms vielstimmig ausschmückten.

Mit einem klassischen deutschen Volkslied von Friedrich August Kern eröffnete die Sängergemeinschaft, setzte mit „Halleluja“ auch Akzente sakraler Chorliteratur um mit einer russischen Volksweise und dem beliebten irischen Segenswunsch fortzufahren. Was Klaus Vetter in knapp 13 Jahren als Dirigent mit seinen „Männern“ geschaffen hat, wurde hier auf eindrucksvolle Weise intoniert. Der Fränkisch-Crumbacher Profi leitet den Chor seit 2002 sehr erfolgreich, was in der Vergangenheit mit mehreren Auszeichnungen in Chorwettbewerben gewürdigt wurde.

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Der gemischte Chor „TonArt“ aus Alsbach ist ein weiteres Ensemble, das unter Fittiche von Klaus Vetters steht und den dritten Teil des Festkonzerts gestaltete. Aus Rodgau-Hainhausen gastierte außerdem die ebenso hochkarätige Gesangsformation „DaChor“ in Groß-Zimmern. Alexandra Franz präsentierte mit ihrem nur achtköpfigen Vokalensemble einen vielstimmigen, glockenklaren Vortrag.

Zum großen Finale präsentierten alle drei Chöre vor knapp 200 Besuchern ein gemeinsames Werk. Nomen est Omen wurde in einem fulminanten Gesangsvortrag noch das Stück von Lorenz Maierhofer „Neigen sich die Stunden“ zum Besten gegeben.

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