Geburtstagsfeier im Bewusstsein, stärkste politische Kraft im Ort zu sein

70 Jahre CDU in Groß-Zimmern

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Prominenter Gastredner: Peter Tauber, Genaralsekretär der CDU Deutschland, bei der Feier des Ortsverbands.

GROSS-ZIMMERN - Voll ist der Saal, orange ist die beherrschende Farbe: In der alten TV-Halle feiert die Zimmerner CDU 70. Geburtstag. Auch die politische Konkurrenz von SPD und Grünen erweist dem Jubilar Reverenz, Christdemokraten aus der Nachbarschaft sind zum Gratulieren gekommen, mit Genugtuung wird die Abwesenheit der AfD zur Kenntnis genommen.

Ständchen bringen „Chorus Line“ von der Chorgemeinschaft und die Katholische Kirchenmusik aus Klein-Zimmern. Christof Glaser, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands, begrüßt die rund 200 Besucher herzlich auch zum etwas verspäteten Neujahrsempfang, zählt die anwesende Prominenz auf und erhebt am Ende das Glas. Zu den Prominenten zählt Peter Tauber, Generalsekretär der CDU Deutschland, das große „B“ auf dem Kennzeichen des Dienstwagens, aber in Gelnhausen zuhause, mit relativ kurzer Anreise, wie er später entspannt anmerkt.

Er ist der Gastredner, ihm wird die meiste Redezeit zugebilligt. Die nutzt er, um ausführlich zwei miteinander verknüpfte Thesen zu entwickeln: Uns in Deutschland geht es gut, und das vor allem dank der CDU. Diese Thesen entwickelt er auch mit Beispielen „mitten aus dem Leben“ – vom türkischstämmigen Gastronomen in Berlin bis hin zu einem Menschen, der zum Behinderten geprügelt worden ist, sich aber trotzdem gesellschaftlich engagiert. Tauber spricht an, worauf alle irgendwie gewartet haben: das Thema Flüchtlinge. Nach euphorischem „Wir schaffen das“ klingt das nicht mehr, aber es ist eine deutliche Kritik an allen Kritikern, die meinen, dass die Situation längst aus dem Ruder gelaufen sei.

Zwischenbilanz: „Gegenwärtig kommen nicht mehr 10 000 Flüchtlinge pro Tag nach Deutschland, sondern nur noch 1 000, und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schafft gegenwärtig 2 000 Asylanträge pro Tag. Wir holen also inzwischen auf. Etwa die Hälfte wird positiv beschieden, und wir müssen auch dafür sorgen, dass ein Großteil der anderen Hälfte in die Herkunftsländer zurückgeführt wird.“

Von „Wir schaffen das“ also zu „wir machen das“. Das ist der Slogan der Jungen Union, deren Potenzial später von Taubers Amtskollegen für die hessische CDU, Manfred Pentz, gelobt wird. Es gibt auch selbstkritische Passagen, etwa die, dass „Europa an der Fluchtbewegung auch seinen Anteil hat“, indem es nämlich die Versorgung von Syrien-Flüchtlingen in den unmittelbaren Nachbarländern vernachlässigt hat. Aber da sei Angela Merkel nun ja initiativ geworden und habe mit einer internationalen Geberkonferenz für eine wesentlich bessere finanzielle Ausstattung der UN-Flüchtlingshilfe gesorgt.

Eine gute halbe Stunde verbringen die Besucher mit einem eher plaudernden Generalsekretär, der seinen Parteifreunden aber auch aufgibt, mit Stolz auf das mit und dank der CDU Erreichte in kommende Auseinandersetzungen zu gehen. Da muss er für Zimmern wohl wenig Sorge haben. Die zwei folgenden Redner nähern sich von zwei Seite einer für die örtliche CDU „magischen“ Jahreszahl. Nach vielen Jahren in der Opposition war 2005 das Jahr des „Turnarounds“, mit der Wahl von Grimm zum Bürgermeister und einer anschließenden Kommunalwahl, die der CDU fast die absolute Mehrheit beschert hat. Grimm nähert sich dieser Zahl im geschichtlichen Rückblick von den Anfängen nach dem Krieg her, MdL Pentz – Groß-Zimmerner und Vorsitzender der örtlichen Gemeindevertretung – setzt diese Geschichte in der Jetztzeit fort, gibt den Parteifreunden mit, dass man seitdem die bestimmende politische Kraft in Groß-Zimmern ist und das auch über den Wahltermin am 6. März zu bleiben gedenke.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Dann ist letztlich noch ein ganz anderes Jubiläum Thema, an diesem Valentinstag. Coram publico gratuliert Pentz Anke und Achim Grimm zum Hochzeitstag. Jubilare sind übrigens auch Rudi Reusche, der „Puten-Rudi“, und Eberhard Mathee, vor etlichen Jahren einmal Direktor der „InschAk“ in Dieburg (Bild auf Seite 3). Die Ehrung der beiden passt bestens zu der kleinen Chronik, die Grimm in seinem Auftritt geboten hat.

hol

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