Gemeindevertreter diskutieren über Prioritätenliste für Radverkehr

Mehr Sicherheit für Zimmerns Radler

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Der Schutzstreifen für Radfahrer in der Waldstraße soll verlängert werden. Er soll von der Bahnstraße bis zur Weberstraße fortgeführt werden. 

Groß-Zimmern - Neue Planungen für den Radverkehr in Klein- und Groß-Zimmern waren Thema in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Dabei wurde auch eine neue Prioritätenliste für die Umsetzung notwendiger Maßnahmen diskutiert. Von Ulrike Bernauer 

Im Zuge der Erstellung des Verkehrsentwicklungsplanes hatte sich das Planungsbüro Mörner und Jünger auch mit dem Teilplan Radverkehr beschäftigt. Das Büro legte eine Planung vor, mit der sich der Gemeindevorstand bereits im Juni auseinandergesetzt hatte. Dabei wurde die vom Planungsbüro vorgelegte Prioritätenliste neu geordnet, manche vom Planungsbüro dringend empfohlene Maßnahme rutschte dabei weit nach hinten. Weiter nach vorne kamen Maßnahmen, die schnell und ohne höhere Kosten umzusetzen sind. Ganz oben steht nun die Verlängerung des bestehenden Schutzstreifens für Radfahrer in der Waldstraße. Der soll künftig schon an der Bahnstraße beginnen und bis zur Weberstraße fortgeführt werden. An Bushaltestellen wird er unterbrochen. Hier bestand Einigkeit im Gemeindevorstand. Als Problempunkt wird die Bertha-von-Suttner-Straße an der Einmündung des Nordrings gesehen. Hier versuchen nicht nur Radfahrer, sondern auch Fußgänger über die Straße zu gelangen, wobei hier die Verkehrsbelastung insgesamt sehr hoch ist und dadurch auch ein großes Gefahrenpotenzial besteht. Hier ist eine Querungshilfe in der Diskussion, deren Priorität als sehr hoch angesehen wird, die aber wegen der Kosten von voraussichtlich 90 000 Euro nicht so schnell umzusetzen ist. Zusätzlich ist noch zu klären, ob der weiter Richtung Dieburg geplante Kreisverkehrsplatz nun tatsächlich in näherer Zukunft Realität wird.

An etlichen Radverkehrsverbindungen zu Nachbargemeinden zeigte sich der Gemeindevorstand nicht mit den Vorschlägen des Planungsbüros einverstanden. In der Regel seien die Wege auf Zimmerner Gemarkung gut ausgebaut, für die Weiterführung seien dann die angrenzenden Kommunen zuständig. Das betrifft beispielsweise den Radweg von Klein-Zimmern nach Semd, den Verbindungsweg von Klein-Zimmern zur Otzberger Tannenmühle und den Radweg entlang des Erbsenbaches nach Gundernhausen. Änderungen empfiehlt das Büro auch beim Klein-Zimmerner Leo-Steg, der sei zu schmal und müsste auf eine Breite von 2,50 Meter ausgebaut werden. Die Kosten hierfür sind mit 25 000 Euro veranschlagt. Die Gemeinde will hier nun die eventuellen Haftungsfragen bei Unfällen klären lassen, sieht ansonsten aber keinen Handlungsbedarf.

Autofahrer bilden größtes Ärgernis für Radler

Eher wird da der Ortseingang von Klein-Zimmern von Dieburg kommend als Problem gesehen. Hier müssen die Radfahrer die Markstraße queren. Zur Spessartstraße hin könnte man sich eine Mittelinsel über die Markstraße vorstellen, die mit Kosten von etwa 25 000 Euro zu Buche schlagen würde. Allerdings wären hier der Landkreis und Hessen Mobil zu beteiligen. Die Baumaßnahme für den Radweg entlang der L 3115 nach Gundernhausen soll nach Informationen von Bürgermeister Achim Grimm im kommenden Jahr begonnen werden. Die Gemeindevertreter nahmen den Radwege-Prioritätenplan einstimmig zur Kenntnis. Sie beschlossen die Einführung einer Arbeitsgruppe, die sich noch einmal ausführlicher mit dem Plan auseinandersetzen und dann eindeutige Empfehlungen ausarbeiten soll. Nicht auf der Tagesordnung war der im Bau befindliche Radweg zwischen dem Hans-Geißweg und der Klein-Zimmerner Straße entlang des Geländes des St. Josephshauses. Hier wurde schon der Oberboden abgeschoben, als Grundlage für den Unterbau. Bürgermeister Achim Grimm geht davon aus, dass diese Maßnahme, sollte die Witterung es zulassen, noch in diesem Jahr abgeschlossen wird.

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